Disney-Chef Eisner bricht Schweigen im Konzern-Machtkampf
Der CEO des Unterhaltungskonzern muss sich gegen die Kritik von zwei Ex-Managern und den Spott seitens Pixar durchsetzen.
Fast einen Monat nachdem Roy Disney, Neffe des Disney-Konzerngründers Walt Disney, und sein Vertrauter Stanley Gold ihren Streit mit CEO Michael Eisner ins Internet getragen hatte, meldet sich Eisner nun am Vortag der Investorenkonferenz in einem Brief an die Anteilseigner zu Wort. "Liebe Aktionäre, Sie haben sicher von den Angriffen gegen den CEO gehört, welche zwei ehemalige Vorstandsmitglieder eingeleitet haben. Diese Attacken, die in einer Zeit kommen, in der das Unternehmen sehr positive Ergebnisse erzielt, sollten Sie beunruhigen (...) Aber lassen Sie sich nicht beirren!", zitieren US-Medien das Schreiben. Auf die Rücktrittsforderung seiner beiden Ex-Manager geht er nicht ein.
Die beiden Kritiker hatten Eisner nun aber offenbar zu einer Stellungnahme gezwungen, nachdem sie zu einer "Konferenz der Aufmüpfigen" geladen hatten, berichtet die Financial Times Deutschland. Am heutigen Mittwoch nach Börsenschluss soll die offizielle Investorenkonferenz im Disneyworld Florida stattfinden, auf der Eisner die nach allgemeiner Erwartung guten Quartalsergebnisse vorstellen wird.
Es droht Eisner allerdings auch Ungemach von anderer Seite: Vor allem die Filmhits des Trickfilmstudios Pixar (unter anderem Finding Nemo), mit dem Disney eine langjährige Marketing- und Vertriebspartnerschaft unterhielt, haben den Konzern aus den roten Zahlen geholt. Im Januar hat die Firma von Apple-Boss Steve Jobs nun aber Disney die Partnerschaft gekündigt. Spätestens ab 2006 wolle das Trickfilmstudio eigene Wege gehen. Erst vergangene Woche hatte Pixar-Chef Jobs eine Breitseite gegen Disney abgefeuert. (tol)