Vor 80 Jahren: IBM wird IBM

Zur Umbenennung der CTR in IBM versprach der Firmenchef Thomas Watson: "IBM ist mehr als ein Unternehmen -- es ist eine groĂźe weltweite Institution, die es immer geben wird."

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Von
  • Detlef Borchers

Heute vor 80 Jahren nannte sich die Computing Tabulating Recording Company (CTR) in International Business Machines (IBM) um. Die expandierende Firma, die vom deutschstämmigen Herman Hollerith gegründet worden war, baute auf den ganzen Welt Fabriken und wollte die internationale Ausrichtung im Namen zur Geltung bringen. Als IBM trat man bereits seit 1917 in Kanada auf und hatte Erfolg damit, so wurde der Name, der zunächst nur für die Hauszeitschrift der Firma vorgeschlagen wurde, zum Firmennamen. Nur in wenigen Ländern, in denen man starke Konkurrenten übernommen hatte, trat man unter anderen Namen auf. So wurden die Hollerith-Maschinen in Deutschland unter dem Namen Dehomag vertrieben und halfen später bei der Vorbereitung des Holocaust.

Zur Umbenennung der CTR in IBM versprach der Firmenchef Thomas Watson: "IBM ist mehr als ein Unternehmen -- es ist eine große weltweite Institution, die es immer geben wird." Watson hatte bereits in der "alten" CTR einen Personenkult um sich herum entstehen lassen, der dazu führte, dass die stets in dunkles Blau gekleideten Verkäufer jeden Morgen aus dem Firmengesangsbuch eine Hymne auf die Firma und ihren Chef singen mussten. Aus der streng geführten CTR-Familie wurde nunmehr die IBM-Familie, deren Mitglieder das Firmenmotto Think! auf Türen, Wänden und selbst auf dem Büropapier lesen mussten.

"Dieses ganze Getue um IBM die IBM-Familie ist mir unheimlich", schrieb Thomas Watson Jr., der zunächst nicht bei IBM arbeiten wollte. Unter seiner Leitung schaffte IBM dann aber den Sprung in die Computertechnik. "Solange IBM einen solch veralteten Namen wie IBM hat und Dinge wie den Microchannel produziert, ist die Firma keine Gefahr", schrieb Regis McKenna im Jahre 1989. Stolz verwies der Marketing-Guru dabei auf Namen wie Apple und NeXT, die er popularisieren half, und empfahl IBM eine Umbenennung in Blue, entsprechend dem Spitznamen "Big Blue". IBM aber erfreut sich mit altem Namen und ohne Microchannel heute wieder glänzender Gesundheit. (Detlef Borchers) / (jk)