Microsoft: sechs Trends der Softwareentwicklung

Microsofts Senior VP der Microsoft-Entwicklersparte Somasegar sieht in Cloud Computing, dem Web, Parallel Computing, der Geräteprogrammierung sowie der agilen und der verteilten Programmierung sechs zentrale Softwareentwicklungstrends.

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Von
  • Alexander Neumann

Zu den sechs wichtigsten Softwareentwicklungsbereichen, in die Microsoft zurzeit investiert beziehungsweise auch zukünftig investieren wird, zählen Cloud Computing, das Web, Parallel Computing, die Geräteprogrammierung sowie die agile und die verteilte Softwareentwicklung. Das zumindest geht aus einem aktuellen Blog-Eintrag mit dem Titel "Key Software Development Trends" von Microsofts Senior Vice President der Microsoft-Entwicklersparte, S. "Soma" Somasegar, hervor. Für diese Bereiche und die damit einhergehenden Programmiermodelle habe sich Microsoft vorgenommen, bestmögliche Tool-Unterstützung zu liefern, damit die Kunden des Konzerns wirklich gut funktionierende Software entwickeln könnten. So verwundert es dann auch nicht, dass der Microsoft-Manager Produkte wie Windows Azure, Visual Studio und Silverlight in seine Einschätzungen einfließen lässt.

Die Cloud sei ein gutes Beispiel für eine virtualisierte Computing-Plattform, meint Somasegar; die nächste Generation an Entwicklerwerkzeugen müsse Entwickler in die Lage versetzen, Software zu programmieren, die gut in Cloud- und virtuellen Umgebungen funktioniert. Microsoft hat erst kürzlich begonnen, seine Cloud-Plattform Windows Azure zu vermarkten. Unter der Wendung "Web as a Platform" sieht der Microsoft-Direktor den Browser als mächtige Laufzeitumgebung, die einen unkomplizierten Zugriff auf Anwendungen ermögliche. Immer mehr Entwickler nähmen das Web als Softwareentwicklungsumgebung wahr; JavaScript-Bibliotheken hülfen Webentwicklern, mehr mit JavaScript als früher bewerkstelligen zu können. Microsofts Silverlight für Rich Internet Applications (RIA) sieht Somaseagar als Mittel, nicht auf die Beschränkungen von HTML angewiesen zu sein und darüber hinaus plattformübergreifende Anwendungen programmieren zu können.

Nur wenige Entwickler haben Somasegar zufolge heute das Know-how, Code für Multi-Core-Umgebungen zu schreiben. In der Zukunft bekommen Entwickler verstärkt Unterstützung durch Bibliotheken sowie Debugging-, Profiling- und Diagnose-Werkzeuge, die helfen, die Vorzüge des Parallel Computing auszunutzen. Um den steigenden Anforderungen der Entwicklung von Anwendungen für Geräte nachzukommen, hat der Konzern sich der Programmierung neuer User-Interface-Modelle wie sprach-, foto- und kontaktbasierter Anwendungen verschrieben. Somasegar erwartet, dass die User-Interface-Techniken intuitiver und leistungsfähiger werden.

Die Softwareentwicklung nach agilen Methoden wie Scrum, Test Driven Development (TDD) und Continuous Integration hat sich dem Direktor zufolge durchgesetzt. Microsoft komme dem mit der im April erscheinenden Entwicklungsumgebung Visual Studio 2010 nach, die agile Prozesse wie Unit-Testing und iterative Entwicklungszyklen unterstütze. "Distributed Development", also das räumlich und zeitlich verteilte Entwickeln in Teams, solle Somasegar zufolge von den Erfahrungen her denen eines einzelnen Programmierers entsprechen, aber auch Entwickleraufgaben wie Code-Reviews, die "remote" Paarprogrammierung, Kollaboration und das gemeinsame Nutzen der Ressourcen berücksichtigen. Hierfür benötigte Werkzeuge werden nach dem Microsoft-Manager Entwickler in die Lage versetzen, zukunftsträchtige Software zu entwickeln, und dabei dem Ausschöpfen der weltweit verteilten Talente gerecht. (ane)