O2 legt weiter zu
Der viertgrößte deutsche Mobilfunknetzbetreiber konnte 2009 deutlich mehr Kunden gewinnen und legte auch bei Umsatz und Ergebnis zu. Nach der Übernahme von Hansenet schließt das Unternehmen auch im DSL-Bereich auf.
Der deutsche Mobilfunker O2 im vergangenen Jahr weiter Kunden hinzugewinnen können. Die Tochter der spanischen Telefónica konnte den Kundenstamm um 9,2 Prozent auf 15,5 Millionen Kunden deutlich ausbauen. Nach einer Bereinigung um inaktive Prepaid-Kunden im vierten Quartal verzeichnet der Anbieter für das vergangene Jahr 1,3 Millionen neue Mobilfunkkunden. Verglichen mit 2008 stieg der Umsatz des Netzbetreibers um 4,2 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis wuchs im vergangenen Jahr um 19,3 Prozent auf 918 Millionen Euro. Damit sei O2 schneller gewachsen als der Gesamtmarkt, sagte Finanzvorstand André Krause bei der Bekanntgabe der Zahlen am Freitag in München.
Besonders das im April 2009 eingeführte neue Tarifkonzept "O2 o" sei gut angenommen worden, teilte das Unternehmen mit. Mehr als eine Million Kunden hätten sich für den Tarif ohne monatliche Grundgebühr und feste Vertragslaufzeit entschieden. Das drückt auf den branchenweit ohnehin sinkenden monatlichen Durchschnittsumsatz pro Kunde. Bei O2 fiel der ARPU (Average Revenue per User) im Jahresvergleich um knapp 10 Prozent auf 15,60 Euro. Ein weiterer Wachstumstreiber waren nach Unternehmensangaben Smartphones. "Das exklusiv von uns vertriebene Palm Pre ist das bisher erfolgreichste Smartphone bei O2", erklärte Krause. Verkaufszahlen des Pre, an dessen Erfolg das Schicksal des Herstellers Palm hängt, nannte O2 auf Nachfrage nicht.
Im DLS-Bereich wuchs die Kundenzahl im Jahresvergleich von 1,3 auf 1,6 Millionen Kunden. Telefónica O2 vermarktet DSL-Anschlüsse unter eigener Marke und schließt Kunden von Drittanbietern über das eigene Netz an. Noch nicht in den Zahlen berücksichtig sind die 2,3 Millionen Kunden von Hansenet. Telefónica hatte die deutsche Telecom-Italia-Tochter Ende 2009 für 900 Millionen Euro übernommen und im Januar grünes Licht von den europäischen Wettbewerbshütern bekommen. Nach der im Februar abgeschlossenen Übernahme ist O2 auch bei DSL-Anschlüssen auf den vierten Platz im deutschen Markt vorgerückt und will in diesem Bereich weiter zulegen. Pläne für weitere Zukäufe gibt es laut Krause es derzeit nicht.
Beim spanischen Mutterkonzern Telefónica ist der Umsatz 2009 im Vergleich zum Vorjahr leicht um 2,1 Prozent auf 56,7 Milliarden geschrumpft. Wie das Unternehmen am Freitag in Madrid mitteilte, sank das Betriebsergebnis (EBITDA) um 1,4 Prozent auf 22,6 Milliarden Euro. Dagegen stieg der Nettogewinn um 2,4 Prozent auf 7,8 Milliarden Euro. Für das Jahr 2010 erwartet der Konzern eine Umsatzsteigerung um ein bis vier Prozent. Besonders stark schrumpfte Telefónica in Spanien, wo der Umsatz 2009 um 5,4 Prozent auf 19,7 Milliarden Euro sank. Dies konnte auch durch eine Umsatzsteigerung in Lateinamerika um 3,7 Prozent auf 23,0 Milliarden Euro nicht kompensiert werden. (vbr)