Private Konkurrenz frohlockt ĂĽber Ende des "Virtuellen Arbeitsmarktes"

In einer gemeinsamen Presseerklärung begrüßten vier deutsche Online-Jobbörsen das Ende des "Virtuellen Arbeitsmarktes".

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Von
  • Johannes Endres

In einer gemeinsamen Presseerklärung begrüßen die vier deutschen Online-Jobbörsen Jobscout 24, Jobpilot, Monster Deutschland und Stepstone den Stopp des "Virtuellen Arbeitsmarktes" der Bundesagentur für Arbeit. Ihre Warnungen hätten sich bestätigt, außer explodierenden Kosten und Pannen habe das Projekt nichts gebracht. "Das Konzept des Virtuellen Arbeitsmarktes (VAM) [...] würde [...] zu einem Staatsmonopol führen", erkärten gemeinsam die vier Jobbörsen, die nach eigenen Angaben zusammen 80 Prozent des Arbeitsmarktes für Fach- und Führungskräfte abdecken. Sie fordern die BA zu neuen Gesprächen über ihr Konzept einer umfassenden Online-Jobvermittlung auf.

Doch die privaten Konkurrenten der BA haben sich wohl zu früh gefreut. Denn gegenüber dem Nachrichtenmagazin Focus erklärte der Vorsitzende der BA Frank-Jürgen Weise, er sehe keine praktische Möglichkeit, aus den Verträgen auszusteigen: "Eine Entwicklung, die so weit vorangeschritten ist, kann von keinem anderen übernommen werden. Die Frage kann nur sein, wie man dieses Projekt zu Ende bringt und worauf man dabei verzichtet." Auch im Spiegel bezeichnete Weise den Stopp des Projekts als vorläufig.

Unterdessen meldet die Tageszeitung Die Welt, der Vorstand der BA sei bereits seit August 2003 über die Kostenexplosion informiert gewesen. Eine Sprecherin der Behörde dementierte diesen Vorwurf.

Zum Thema "virtueller Arbeitsmarkt" siehe auch: (je)