Digitales Fernsehen: ARD und ZDF kündigen Kabelanbietern
Die Sender wehren sich gegen die drohende Verlegung ihrer Plätze im digitalen Zugangsmenü der Kabelanbieter.
ARD und ZDF haben ihre Verträge mit sämtlichen Kabelanbietern gekündigt. Damit wenden sich die Sender gegen die drohende Verlegung ihrer Plätze im digitalen Zugangsmenü der Kabelanbieter, sagte ZDF-Sprecher Walter Kehr der Frankfurter Allgemeinen Zeitung für die Montagausgabe. "Es kann nicht sein, dass die Programme von ARD und ZDF erst beim zweiten oder dritten Klick mit der Fernbedienung erscheinen." Ein diskriminierungsfreier Zugang, wie ihn Decoder mit dem MHP-Standard (Multimedia Home Plattform) bieten, müsse gewährleistet werden, forderte Kehr.
ARD und ZDF hatten zunächst ihre Verträge mit der Kabel Deutschland GmbH gekündigt, an diesem Wochenende folgten laut dem Bericht die Kündigungen bei den Kabelgesellschaften iesy (Hessen), ish (Nordrhein-Westfalen) und Kabel Baden-Württemberg. Kabel Deutschland schicke sich an, den ganzen Kabelmarkt aufzukaufen und habe dem Bezahlsender Premiere mit seinem Bouquet einen bevorrechtigten Zugang gewährt, kritisierte Kehr in der Zeitung.
Kabel Deutschland will den Empfang digitaler Programme nur noch mit lizenzierten Receivern gestatten. ARD und ZDF kritisieren, dass das Kabel-Unternehmen alle Programme grundverschlüsseln will und nicht plant, Receiver nach dem Standard Multimedia Home Platform (MHP) zuzulassen. Bis Ende März sollen die Digital-Programme aber noch eingespeist werden, berichtet Digital Fernsehen, neue Verhandlungen beginnen im März. Neben den Programmen von ARD und ZDF umfasst das Digitalangebot der öffentlich-rechtlichen Sender alle dritten Programme sowie weitere Angebote wie etwa Eins Muxx, Eins Festival, Eins Extra, ZDF Theaterkanal, ZDF Infokanal oder ZDF Dokukanal. (anw)