Wie sicher ist Cloud Computing?
Rechenleistung wie Strom aus der Steckdose: Cloud-Computing verspricht, die IT-Welt komplett umzukrempeln. In der März-Ausgabe wirft Technology Review einen kritischen Blick auf diese Entwicklung.
Kein Zweifel, Cloud-Computing verändert die Computerwelt wie kaum eine andere Entwicklung der letzten zehn Jahre: Große Cloud-Provider wie Amazon, Microsoft, IBM, T-Systems oder Google haben bereits Tausende von Firmenkunden – von Pfizer bis zur New York Times. Auch Privatnutzer haben sich längst der Wolke anvertraut: vie Gmail, mobile.me. Twitter oder Facebook sind sie – oft ohne es zu ahnen – bereits Anwender von Cloud-Applikationen. Das Marktforschungsunternehmen IDC rechnet damit, dass die weltweiten Ausgaben für Cloud Computing von 17 Milliarden Dollar 2009 in den nächsten vier Jahren auf 44 Milliarden steigen werden – deutlich schneller als Ausgaben für konventionelle IT.
Der Grund für diese Cloud-Begeisterung: Unternehmen sparen dadurch bei Anschaffung und Wartung ihres eigenen Rechnerparks. Der technische Schlüssel für das Cloud Computing ist die Virtualisierung. Statt auf einem dedizierten Server laufen Anwendungen auf „virtuellen Maschinen“ (VM). Auf einem realen Rechner können mehrere VMs laufen, die sich bei Bedarf sekundenschnell einrichten lassen und genauso schnell wieder verschwinden, wenn sie nicht länger gebraucht werden. Doch dieses Nebeneinander von VMs ist auch ein Einfallstor für Hacker.
Wie sicher ist dieses Prinzip, die eigenen Daten, zerhackt in kleine Pakete, irgendwo auf der Welt an fremden Speicherorten abzulegen? Können die Betreiber riesiger Serveranlagen wie Amazon, die mit gigantischer Rechenleistung das Daten-Handling der Geschäftswelt umzukrempeln versprechen, auch fehlerfreie Prozesse und unverfälschte Datensätze garantieren? Antworten darauf finden Sie ab Seite 36 in unserem März-Heft in dem Bericht "Ein Zaun für die Wolke".
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Weitere Artikel in der März-Ausgabe:
REPORT: Mein Job beim Big Brother
Die Überwachung der Internet-Kommunikation ist ein florierendes Geschäft, vor allem in autoritären Staaten. Wer entwickelt und implementiert solche Systeme, und wie funktionieren sie? Der IT-Berater Hermann Müller (Name von der Redaktion geändert) verrät, wie die Abhör-Industrie und ihre Auftraggeber ticken. Er verbrachte vier Monate im Mittleren Osten damit, ein Überwachungssystem zum Laufen zu bringen.
FOTO-REPORT: Der Schatz im Salzsee
In der bolivianischen Salzwüste Salar de Uyuni lagert das größte Lithium-Vorkommen der Welt. Ausländische Fördergesellschaften stehen Schlange, doch Bolivien will den begehrten Rohstoff für Elektroautos und Batterien trotz fehlender Infrastruktur selbst abbauen.
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REPORT: Die Megawatt-Bohrer
Der Anstieg der Brennstoffpreise bringt den Bau von Geothermiekraftwerken in Schwung. Die Anlagen könnten eine wichtige Rolle in der deutschen Energielandschaft übernehmen – wenn es gelingt, die Technik serienreif und erdbebensicher zu machen.
FOKUS: Wissensmanagement
Um in der steigenden Informationsflut nicht unterzugehen, bedarf es neuer Strategien zur Verwaltung von Wissen: Immer mehr Unternehmen setzen beim firmeninternen Gedankenaustausch auf die Werkzeuge des Web 2.0. Wissenschaftler tüfteln an Software, mit der sich Debatten im Internet besser kanalisieren lassen, entwickeln Ordnungssysteme für das Datenchaos im heimischen PC. Und auch die Politik stellt sich um. Viele Länder arbeiten an Verfahren, um ihre Bürger über das Netz an Regierungsentscheidungen teilhaben zu lassen.
Die Fokus-Artikel im einzelnen:
ENTWICKLUNG: Neue Kommunikationsformen erleichtern den Austausch von Know-how
SELBSTVERSUCH: Tricks, um die Informationsflut auf dem Schreibtisch zu bändigen
VISUALISIERUNG: GrafikgestĂĽtzte Programme machen Debatten im Netz ĂĽbersichtlicher
UNTERNEHMEN: Die Werkzeuge des Web 2.0 verändern die Firmenkultur
POLITIK: Via Internet sollen sich BĂĽrger an Staatsentscheidungen beteiligen
INTERVIEW: Der Philosoph Konrad Liessmann ĂĽber die Grenzen der Wissensverwaltung (wst)