SXSW: Start-ups setzten auf KI

Auf der renommierten "South by Southwest Interactive"-Konferenz sind in diesem Jahr interessante Neugründungen aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz dabei.

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Von
  • Erica Naone

Auf der renommierten "South by Southwest Interactive"-Konferenz sind in diesem Jahr interessante Neugründungen aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz dabei.

Regelmäßig im Frühjahr trifft sich die Internet-Szene in Austin, Texas, um sich beim Kultur-, Musik- und Online-Festival "South by Southwest" (SXSW) auszutauschen. Die Konferenz hat inzwischen den Ruf, als frühe Testumgebung für neue, interessante Werkzeuge aus dem Internet-Sektor zu dienen. So fand etwa der Kurznachrichtendienst Twitter vor drei Jahren hier erstmals ein großes Publikum.

Um diese positive Grundstimmung auszunutzen, begannen die Veranstalter im letzten Jahr, einen eigenen Wettbewerb für Start-ups aus dem Web-Bereich auszuschreiben. Der von Microsoft gesponserte "BizSpark Accelerator" sucht seither unter 32 jungen Internet-Firmen, die sich auf der SXSW präsentieren, die interessanteste.

Chris Valentine, Organisator des Wettbewerbs, erläutert, dass auch in diesem Jahr der Social Media-Bereich noch immer ganz vorne mit dabei sei – 200 Firmen aus diesem Segment bewarben sich, in keine andere Kategorie drängelten sich mehr Start-ups. Veränderungen gibt es trotzdem, beispielsweise bei der Technologie, die die Firmen einsetzen. "Wir wussten, dass es verstärkt in Richtung Künstliche Intelligenz gehen wird", sagt Valentine. So machen in diesem Jahr gleich mehrere Neugründungen aus den Bereichen Bild- und Spracherkennung mit.

Ein gutes Beispiel für diesen Trend ist Siri, eine Firma, die erst im Februar an den Start ging. Das Spin-off der kalifornischen Forschungseinrichtung SRI International will Technik kommerzialisieren, die im Rahmen des großangelegten, militärischen KI-Forschungsprojektes CALO entstanden ist. Im Angebot hat Siri einen virtuellen persönlichen Assistenten, der einige eindrucksvolle Funktionen besitzt – so kann er etwa natürliche Sprache erkennen, arbeitet selbstlernend und hat die Fähigkeit, mit verschiedenen Rechneranwendungen automatisch zu interagieren. "Wir nennen es die "Mutter aller Mash-ups" – mit einem davorgeschalteten großen Gehirn", erläutern die Gründer.

Andere junge Firmen innerhalb des Accelerator-Wettbewerbs speisen sich zwar nicht aus derart breit angelegten F&E-Projekten wie CALO, versuchen sich aber dennoch an Eigenentwicklungen aus der KI. "Die Menschen suchen nach Lösungen, mit denen sie ihr Leben vereinfachen können", meint Valentine. "Die Start-ups versuchen, damit ihr Geld zu verdienen."

Da wäre beispielsweise Amulet Devices, ein Unternehmen aus dem irischen Dublin, das eine sprachbasierte Fernbedienung entwickelt hat, die mit zahlreichen Heimelektronik-Komponenten zusammenarbeitet. Das Gerät besitzt einen Bewegungssensor, der erkennt, wenn die Fernbedienung in die Hand genommen wird – dann aktiviert sich ein Mikrofon und überträgt die Befehle an die Amulet-Software, die vorher auf dem Media Center-Rechner des Nutzers installiert wurde. Spracherkennungsalgorithmen identifizieren die Befehle, darunter auch informelle Sätze wie "Überspring' mal bitte die Werbung".

Das Start-up Are You Watching This?, selbst aus der SXSW-Heimatstadt Austin, analysiert Echtzeitstatistiken von Sportereignissen auf der ganzen Welt, um die wichtigsten Momente einer Partie zu identifizieren. Das System schickt dann eine automatische Nachricht an interessierte Fans und schneidet selbstständig Clips zusammen, damit sie nichts verpassen.

Andere Firmen im Accelerator-Wettbewerb sind die Echtzeitsuchmaschine Collecta, Aha Mobile, eine Firma, die interessante, ortsbasierte Web-Inhalte in Sprache umwandelt und aufs Handy schickt sowie Khush, ein Spin-off aus dem "Georgia Tech Music Intelligence Lab", das eine neuartige Anwendung zum Komponieren von Musik für Laien geschaffen hat. (bsc)