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IG Metall rechnet mit weiterem Personal-Abbau in der IT-Branche

Der IG-Metall-Leiter IT-Industrie, Dieter Scheitor, sagte heute, selbst ein Wachstum von 3 Prozent reiche nicht aus, um das derzeitige Beschäftigungsniveau zu halten.

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  • dpa

Die Gewerkschaft IG Metall rechnet trotz des erwarteten Aufschwungs in der IT-Branche für dieses Jahr mit einem weiteren Beschäftigungsabbau. Vize-Chef Berthold Huber kritisierte heute auf der CeBIT vor allem die zunehmende Verlagerung von Arbeitsplätzen in Billiglohn-Länder.

2003 ging die Zahl der Beschäftigten in der Informations- und Telekommunikationsindustrie nach Gewerkschaftsangaben um 29.000 auf 713.000 zurück. Huber sagte, er erwarte 2004 keinen Personal-Abbau auf dem Niveau des vergangenen Jahres.

Der Branchenverband Bitkom hatte auf der CeBIT für 2004 ein Wachstum der IT-Branche in Deutschland von 2,5 Prozent prognostiziert. Der IG-Metall-Leiter IT-Industrie, Dieter Scheitor, sagte heute, selbst ein Plus von 3 Prozent reiche nicht aus, um das derzeitige Beschäftigungsniveau zu halten. So würden frei werdende Stellen oft nicht mehr besetzt.

Scharfe Kritik äußerte Huber an den Plänen des Elektronikkonzerns Siemens, an den beiden nordrhein-westfälischen Standorten Bocholt und Kamp-Lintfort 2000 Arbeitsplätze der Mobilfunk-Produktion nach Ungarn zu verlagern. "Wer so die Zukunft von Tausenden Menschen und ihren Familien einem kurzfristigen Mehr an Gewinn zu opfern bereit ist, der muss sich fragen lassen, welche gesellschaftliche Bedeutung diese Traditionsmarke noch zu den Menschen und zu diesem Land hat", sagte Huber.

Dies sei erst der Anfang einer Strategie der Unternehmen, die darauf ziele, zehntausende Arbeitsplätze in Osteuropa und Indien aufzubauen. Die IG Metall wolle diese Entwicklung nicht dramatisieren, ihr aber auch nicht tatenlos zusehen. (dpa) / (anw)