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Forscher stellen Kryptographie-Wettbewerb vor

Das Horst-Görtz-Institut für Sicherheit in der Informationstechnik will mit dem internationalen Wettbewerb "Mystery-Twister" in der Öffentlichkeit das Verständnis für Kryptographie fördern.

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Von
  • Wolfgang Stieler

Wissenschaftler der Universität Bochum wollen ab 1. Oktober einen Kryptographie-Wettbewerb im Internet starten. Ziel des Wettbewerbes ist die Lösung kryptologischer Rätsel unterschiedlichster Schwierigkeitsstufen. Neugierige und Tüftler können sich auf dem Gemeinschaftsstand Forschungsland NRW (Halle 11, Stand D 37) schon mal eine erste Vorab-Version der Rätsel ansehen.

Das Horst-Görtz-Institut für Sicherheit in der Informationstechnik (HGI) will mit dem internationalen Wettbewerb Mystery-Twister in der Öffentlichkeit das Verständnis für Kryptographie fördern, aber auch die Sensibilität dafür schärfen, wie weit kryptographische Techniken bereits den Alltag durchdrungen haben.

Zu Beginn sind die Aufgaben ohne Vorbildung lösbar, in weiteren Stufen werden dann zusätzliche Informationen bereitgestellt, um die kommenden Herausforderungen zu meistern. So können die Teilnehmer zum Beispiel lernen, welche Prinzipien hinter dem Geldautomaten oder der elektronischen Unterschrift stecken.

Gleich nebenan zeigen die Bochumer Wissenschaftler zudem eine so genannte Seitenkanalattacke auf eine Chipkarte. Bei diesem Angriff wird der Stromverbrauch von Chipkarten analysiert; anhand dieser Messdaten werden die auf der Karte ausgefĂĽhrten VerschlĂĽsselungsalgorithmen gebrochen.

In diesem Szenario richtet sich der Hackerangriff gegen eine Karte mit einem Atmel-Controller, auf dem eine Verschlüsselung mit Hilfe des Advanced Encryption Standard (AES) läuft. Die Besucher am Messestand können einen geheimen Schlüssel auf die Karte schreiben. Auf einem zweiten Rechner wird dem Benutzer dann vorgeführt, dass es möglich ist, innerhalb von fünf Minuten den gesamten geheimen Schlüssel mittels Analyse des Stromverbrauchs der Chipkarte zu bestimmen. (wst)