Ron Sommer und die Wahltaktik

In einem Interview sagte der ehemalige Telekom-Chef, er wolle nicht ausschließen, dass bei seinem Ausscheiden Wahltaktik eine Rolle gespielt haben könnte.

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Von
  • Torge Löding

Erstmals nach seinem Rücktritt als Telekom-Chef im Juli 2002 äußert sich Ron Sommer über die Umstände seines Ausscheidens: Er wolle nicht ausschließen, dass dabei "Wahltaktik eine Rolle gespielt haben könnte" und Bundeskanzler Gerhard Schröder ihn wegen des niedrigen Telekom-Aktienkurses fallen ließ, weil er die drei Millionen Anleger als Wähler brauchte, sagte Sommer dem Magazin Stern.

Auch im Zusammenhang mit dem Scheitern der Lkw-Maut kritisierte Sommer das Verhalten der Politiker. Es sei "richtig, dass ein Land wie Deutschland auf eine zukunftsweisende Technik setzt, auch wenn das nicht einfach ist". Bei der Realisierung müssten dann "auch alle ehrlich dazu stehen und nicht aus wahltaktischen Motiven einen unrealistischen Zeitpunkt für die Einführung des Mautsystems nennen". Den Wählern hätte man sagen müssen: "Das System ist die Zukunft, es wird ein Exportschlager, auf ein paar Monate kommt es nicht an." Sommer zum stern: "Es wäre besser gewesen, wenn die Telekom deutlich früher die Führung übernommen hätte."

Seit Sommer 2003 arbeitet der ehemalige Telekom-Chef als Berater fĂĽr den Telekommunikations- und Mischkonzern AFK Sistema. (tol)