Max Dietrich Kley: Ein Interims-Chef für Infineon
Die Interims-Lösung soll höchstens für ein Jahr gelten. Bei Infineon zeigte man sich aber optimistisch, dass vorher eine Lösung für den Chefposten gefunden wird.
Auch nach dem offiziellen Ruhestand ist der neue Infineon-Chef Max Dietrich Kley aktiv geblieben. Im vergangenen Jahr gab der 64-Jährige seinen Posten als Finanzvorstand und stellvertretender Chef bei BASF ab und wechselte in den Aufsichtsrat des Chemiekonzerns. Neben mehreren weiteren Aufsichtsratsmandaten ist er auch Präsident des Deutschen Aktieninstituts und Vorsitzender der Börsensachverständigenkommission.
Bei Infineon saß der Manager ebenfalls im Kontrollgremium und hatte dort den Aufsichtsratsvorsitz inne. Nach dem Abtritt von Infineon-Chef Ulrich Schumacher übernimmt Kley nun auch den Vorstandsvorsitz der Infineon Technologies AG, bis ein Nachfolger gefunden ist. Die Interims-Lösung soll höchstens für ein Jahr gelten. Finanzvorstand Peter Fischl zeigte sich aber optimistisch, dass vorher eine Lösung für den Chefposten des Halbleiterkonzerns gefunden wird.
Kley hatte nach dem Jurastudium in München, Heidelberg, Paris und Göttingen seine Karriere 1969 in der Rechtsabteilung von BASF begonnen. 1977 übernahm er die Leitung der Steuerabteilung, später war er Grubenvorstand und Leiter des Unternehmensbereichs Energie und Kohle. Seit 1990 gehörte Kley auch dem Vorstand an. Der gebürtige Berliner ist verheiratet und hat drei Kinder. Als Hobbys nennt er Literatur, Geschichte und Geografie.
In der Debatte um die Honorierung deutscher Vorstände hatte sich Kley als Aufsichtsratsvorsitzender klar vor Schumacher gestellt. Er sah die Diskussion vor allem als Neid-Debatte. "Das in Deutschland am weitesten verbreitete Haustier ist mitnichten der Deutsche Schäferhund, sondern der kleine gelbe Nörgler und der grüne Neidhammel", sagte er einmal.
Zum Rücktritt von Infineon-Chef Ulrich Schumacher siehe:
- Infineon-Chef Schumacher tritt zurück
- Generalabrechnung mit Schumacher im Aufsichtsrat von Infineon
- Schumacher-Rücktritt: "Der Porsche ist aus der Bahn geschleudert"
- Infineon-Umzug ins Ausland vom Tisch
(dpa) / (jk)