Infineon-Aufsichtsrat: Schumacher-Nachfolger muss moderater agieren
Die IG Metall bedauere den Abschied Schumachers bei Infineon nicht, sagte Infineon-Aufsichtsrat und IG-Metall-Vertreter Dieter Scheitor.
Infineon-Aufsichtsrat Dieter Scheitor rechnet nach der Ablösung von Konzernchef Ulrich Schumacher mit einer schnellen Nachfolgeregelung. "Infineon ist ein sehr attraktives Unternehmen, da müssten die Interessenten Schlange stehen", sagte der IG-Metall-Vertreter gegenüber dpa. Der kommissarische Vorstandsvorsitzende Max Dietrich Kley habe bereits Kandidaten im Blick. Ein Nachfolger Schumachers müsse "professioneller und ausgewogener" agieren.
Die IG Metall bedauere seinen Abschied nicht, sagte Scheitor. "Wir hatten mit Schumacher schon lange ein Problem." 2001 habe dieser den Mitarbeitern in der Probezeit gekündigt, danach massiv weitere Stellen abgebaut, die unnötige Diskussion über eine Verlagerung des Konzernsitzes angestoßen und das Outsourcing übertrieben. "Das war für ihn nicht eine Option, sondern ein Dogma."
Der Nachfolger müsse die Verlagerung von Konzernfunktionen ins Ausland auf den Prüfstand stellen, forderte der Aufsichtsrat. Outsourcing dürfe nur betrieben werden, wenn es sich finanziell wirklich lohnt. "Da wird viel schön gerechnet." Die Verlagerung der Buchhaltung nach Portugal sei für die Gewerkschaft ein Negativbeispiel für übertriebenen Aktionismus.
Zum RĂĽcktritt von Infineon-Chef Ulrich Schumacher siehe:
- Infineon-Chef Schumacher tritt zurĂĽck
- Generalabrechnung mit Schumacher im Aufsichtsrat von Infineon
- Schumacher-RĂĽcktritt: "Der Porsche ist aus der Bahn geschleudert"
- Infineon-Umzug ins Ausland vom Tisch
- Max Dietrich Kley: Ein Interims-Chef fĂĽr Infineon
(dpa) / (jk)