Infineon: Klage gegen Schumacher möglich
Mit dem Rausschmiss war es wohl nicht getan: Die Aufsichtsratsmitglieder von Infineon überlegen, ob sie gegen den ehemaligen Konzernchef Ulrich Schumacher vor Gericht ziehen wollen -- wegen Kumpanei und übermäßigen Ausgaben.
Der Groll der Aufsichtsratsmitglieder gegen den am Donnerstag abgesetzten Infineon-Vorstandschef Ulrich Schumacher scheint tief zu sitzen: Die Sache soll ein juristisches Nachspiel haben. In einem Artikel der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung heißt es, der Konzern prüfe rechtliche Schritte gegen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden. Schumacher wird vorgeworfen, er habe für die Image-Pflege zu viel ausgegeben und Seilschaften gefördert -- die Rede ist sogar von einer "milden Form der Korruption".
Die "Welt am Sonntag" berichtete unterdessen, der Sturz sei auf Intervention des Siemens-Vorstandsvorsitzenden Heinrich von Pierer erfolgt (Zugriff auf Artikel nur nach Registrierung). Schumacher sei ihm schon länger ein Dorn im Auge gewesen.
Zum RĂĽcktritt von Infineon-Chef Ulrich Schumacher siehe:
- Infineon-Chef Schumacher tritt zurĂĽck
- Generalabrechnung mit Schumacher im Aufsichtsrat von Infineon
- Schumacher-RĂĽcktritt: "Der Porsche ist aus der Bahn geschleudert"
- Infineon-Umzug ins Ausland vom Tisch
- Max Dietrich Kley: Ein Interims-Chef fĂĽr Infineon
- Infineon-Aufsichtsrat: Schumacher-Nachfolger muss moderater agieren
(dpa) / (ghi)