Siemens-Gesamtbetriebsrat will Produktionszahlen prĂĽfen lassen
Das Unternehmen müsse nun erklären, ob es die Standorte Bocholt und Kamp-Lintfort erhalten wolle oder nicht, hieß es heute nach einer Vertrauensleute-Konferenz in Wesel.
Die IG Metall und die Siemens-Betriebsräte in Bocholt und Kamp-Lintfort wollen weiter für den Erhalt ihrer beiden Werke kämpfen. Das Unternehmen müsse nun erklären, ob es die Standorte erhalten wolle oder nicht, hieß es heute nach einer Vertrauensleute-Konferenz in Wesel. Einer 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich, die vor kurzem für den Servicebereich des Bocholter Werkes ausgehandelt worden war, werde man für den Restbetrieb beider Werke auf keinen Fall zustimmen, unterstrich der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates, Ralf Heckmann.
Heckmann warnte vor den Folgen einer Verlagerung für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Es habe Signalwirkung für andere Branchen, sollte sich Siemens mit der Strategie der 40-Stunden-Woche und des Lohndumpings durchsetzen. Man werde noch vor den für Mai angesetzten Gesprächen auf betriebswirtschaftlicher Ebene die Produktionszahlen des Konzerns prüfen lassen. Heckmann forderte die Politik in Berlin auf, sich noch entschiedener in die internen Gespräche einzubringen. Die Europäische Union in Brüssel müsse außerdem Mindestquoten für Produktionen im jeweiligen Heimatland und die Rückzahlung bereits geleisteter Subventionen bei Standortverlagerungen durchsetzen. (dpa) / (anw)