mmO2 schließt der Welt zweites UMTS-Netz

mmO2 hat das UMTS-Netz auf der Isle of Man abgeschaltet.

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Still und leise hat mmO2 das zweite UMTS-Netz (WCDMA) der Welt auf der Isle of Man abgeschaltet. Es war im Dezember 2001, zwei Monate nach dem japanischen FOMA, in den kommerziellen Betrieb gestartet und hatte die über 75.000 Einwohner der Insel Man (572 Quadratkilometer) versorgt. Das 3G-Netz der mmO2-Tochter Manx Telecom hatte nicht nur dem Eigentümer, sondern auch der Insel selbst als Werbeträger und Demonstrationsobjekt technologischer Erfolge und eigener Fortschrittlichkeit gedient. Die Regierung hatte die Lizenz kostenlos zur Verfügung gestellt, Technologiepartner waren Siemens und NEC. mmO2 war von einer auch kommerziellen Tauglichkeit der Technologie auf dem Kontinent innerhalb eines halben Jahres ausgegangen.

Die Zeiten haben sich geändert. Heute beschreibt Manx das ehemalige UTMS-Netz als reinen Pilotversuch mit Technologie der ersten Generation der dritten Mobilfunk-Generation, der niemals eine Dauereinrichtung hätte werden sollen. Warum die abgebaute Hardware dann in Irland wieder aufgebaut wird, um dort die in der irischen Lizenz vorgeschriebene Netzabdeckung zu erreichen und als modern vermarktet zu werden, wird nicht ganz deutlich. Die UMTS-User der Insel Man wurden jedenfalls gebeten, auf den im Vorjahr gestarteten GPRS-Dienst umzusteigen. Außerdem werden sie auf neue UMTS-Einrichtungen vertröstet, welche zum Jahresende in Betrieb gehen sollen. Diese werden jedoch auf die "größeren" Orte beschränkt sein.

In seinem kurzen Leben hatten Schulen, Betriebe und andere Personen das WCDMA-Netz auf der Insel für schnellen Datentransport genutzt. In den letzten beiden Jahren hat Manx Telecom aber auch in den DSL-Ausbau investiert und kann nun nach eigenen Angaben 98 Prozent der Einwohner mit 512 kBit/s anschließen, seit drei Wochen sogar mit bis zu 2 MBit/s. Die Konkurrenz hat allerdings nicht geschlafen: Domicilium betreibt seit Ende Januar drahtlose Anbindungen mit 60 MBit/s, angeblich auf dem gesamten Eiland und in Carrier-Grade-Qualität. Dafür nutzt der ISP seine exklusive Lizenz für das 3,5-Gigahertz-Band und Hardware von Cambridge Broadband -- wieder einem Unternehmen, das auf den Werbeffekt des Großlabors Isle of Man hofft. (Daniel AJ Sokolov) / (hos)