Streit um Gewerkschaftsakzeptanz bei T-Mobile USA

Die US-Gewerkschaft Communication Workers of America wirft T-Mobile USA eine Blockadepolitik gegenĂĽber der Vertretung von Arbeitnehmerinteressen vor.

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Von
  • dpa

Heftiger Streit um die Akzeptanz von Gewerkschaften bei der amerikanischen Mobilfunktochter der Deutschen Telekom: Die US-Gewerkschaft Communication Workers of America (CWA) wirft T-Mobile USA eine Blockadepolitik gegenĂĽber der Vertretung von Arbeitnehmerinteressen vor. Diese Kritik trug die US-Gewerkschaft am Freitag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz (PDF-Datei) mit Verdi in Bonn vor. Die Deutsche Telekom wies die VorwĂĽrfe scharf zurĂĽck und sprach ihrerseits von einer verleumderischen und verantwortungslosen Kampagne, die gegen die Deutsche Telekom wider besseres Wissen gefahren werde.

CWA-Chef Larry Cohen sagte in Bonn, T-Mobile USA nutze Schlupflöcher im US-amerikanischen Arbeitsrecht, die Anti-Gewerkschafts-Kampagnen seitens des Managements zuließen. Die US-Gewerkschaft beruft sich auf einen Bericht eines Arbeitsforschers. Darin sei von einer "systematischen Gewerkschaftsvermeidungskampagne" von T-Mobile USA und deren Muttergesellschaft die Rede. Das Unternehmen habe seit dem Jahr 2001 Berater engagiert, die auf die Vermeidung von Arbeitnehmervertretungen spezialisiert seien und beschäftige Führungskräfte, die Erfahrung in diesem Bereich hätten.

Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger betonte in einer Pressemitteilung: "Die Telekom respektiert überall auf der Welt die Arbeitnehmerrechte und ist ein fairer Gesprächspartner für gewählte Arbeitnehmervertretungen." T-Mobile USA biete seinen Mitarbeitern über dem amerikanischen Standard liegende Arbeitsbedingungen und Konditionen. "Der Versuch durch öffentlichkeitswirksame Spektakel den Gewerkschaftszugang der CWA bei T-Mobile USA auf Biegen und Brechen durchzusetzen ist völlig inakzeptabel". CWA habe die Chance, das in den USA gesetzlich vorgesehene Verfahren zu beschreiten, bisher nicht genutzt. (anw)