IG Metall: Bis zu 1500 Stellen bei Siemens Karlsruhe gefährdet
Nach dem Siemenswerk Bruchsal geht nun auch am Standort Karlsruhe die Angst vor einem Arbeitsplatzabbau um.
Nach dem Siemenswerk Bruchsal geht nun auch am Standort Karlsruhe die Angst vor einem Arbeitsplatzabbau um. "Betriebsrat und Gewerkschaft befürchten, dass zwischen 780 und 1500 Stellen in Karlsruhe gefährdet sind", teilte die IG Metall mit. Siemens wolle die Zahl der deutschen Standorte für die Flachbaugruppenfertigung von sieben auf zwei oder drei verringern. Die Bereichsleitung fordere von den Beschäftigten der Automatisierungstechnik längere Arbeitszeit ohne Lohnausgleich und niedrigere Monats- und Jahresentgelte. Ansonsten sei der Standort Karlsruhe in Gefahr.
Ein Siemens-Sprecher in München nannte auf Anfrage keine Zahlen zum Standort Karlsruhe. Er verwies am Mittwoch auf eine Pressemitteilung vom 1. April. Demnach prüft der Elektro-Konzern die Verlagerung von bundesweit rund 2500 Arbeitsplätzen ins Ausland. In 7 von 14 Unternehmensbereichen seien Einsparungen und Umstrukturierungen geplant. Konkrete Pläne für die Verlagerung von Stellen gebe es für die Mobilfunksparte ICM, die Festnetz-Sparte ICN und die Energieübertragung (PTD). Eine Alternative seien aber drastische Kostensenkungen an deutschen Standorten.
"Wir werden alle betriebsverfassungsrechtlichen Möglichkeiten ausnutzen, um diese Firmenpolitik zu verhindern", sagte der Betriebsratsvorsitzende Wolfgang Hebisch. Im Werk Bruchsal (Kreis Karlsruhe) kämpft der Betriebsrat dafür, dass nur 250 statt der ursprünglich vorgesehenen 580 Arbeitsplätze abgebaut werden. Im Gegenzug sind eine Verlängerung der Arbeitszeit von 35 auf bis zu 40 Wochenstunden sowie Kürzungen beim Weihnachts- und Urlaubsgeld im Gespräch. Siemens will die Fertigung von Telefonbauteilen von Bruchsal nach China verlagern. (dpa) / (jk)