IBM-Chef glaubt an den Aufschwung

Samuel J. Palmisano sieht gute wirtschaftliche Voraussetzungen fĂĽr sein Unternehmen. Aber nicht allein die Rahmenbedingungen seien dafĂĽr verantwortlich.

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IBM-CEO Samuel J. Palmisano sieht einen weltweiten Aufschwung, auch in den USA. Auf dem jährlichen Aktionärstreffen in Providence, Rhode Island, sagte er in einer Rede, das sei eine der Grundlagen für die guten Aussichten seines Unternehmens. Doch nicht der Aufschwung allein stimme ihn überschwänglich. IBM habe in der Vergangenheit wichtige und richtige Entscheidungen getroffen.

Innovation sei einer der Motoren der IT-Industrie: Ein Unternehmen stellt etwas her, das sonst niemand anders herstellen kann. Als ein Beispiel führt Palmisano das System /360 an, das IBM vor 40 Jahren vorgestellt hat. Doch ein Unternehmen bleibe meist nicht allein mit seiner Innovation, es kämen Konkurrenten auf. Um mehr Kunden anzulocken, blieben den Unternehmen im wesentlichen zwei Wege: etwas zu verkaufen, was andere auch anbieten, dafür aber billiger, schneller und effizienter. Oder ein Unternehmen arbeite innovativ.

IBM wusste einige Zeit nicht, welchen Weg es gehen will, und habe einige Fehler große gemacht, räumt der CEO ein. Big Blue habe zu wenig Kapital aus seinen Erfindungen geschlagen und sich andererseits auf Geschäftszweige konzentriert, die IBM für die Kunden nicht von anderen Konzernen abheben. Vor ein paar Jahren habe IBM dann wichtige Entscheidungen getroffen und sich ab da auf hochwertige Innovationen und auf Unternehmenskunden aller Größen und Branchen konzentriert. IBMs Innovationskraft werde durch die 3415 US-Patente deutlich, die dem Unternehmen im vergangenen Jahr erteilt bekam, 50 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

In den vergangenen Jahren habe IBM beispielsweise sein Engagement in den Bereichen Festplatten, Netzwerk-Hardware, PCs für den Einzelhandel und Netzwerk-Dienste eingeschränkt oder ganz eingestellt und sich stattdessen auf Geschäfts- und Technologie-Consulting, Unternehmenssoftware und Power-Prozessoren konzentriert. Durch diese und andere Entscheidungen, die vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen Abschwungs und dem Platzen der Dot.com-Blase gefällt wurden, sei IBM Marktführer bei Servern, Middleware, Business Transformation Services und strategischem Ourtsourcing geworden. IBMs Geschäfte wachsen in fünf von sechs Industriebereichen schneller als der Markt, zählt Palmisano auf.

Von der Entwicklung sollen auch die Anleger profitieren, wurde auf dem Aktionärstreffen bekannt. Die Dividende wird von 16 auf 18 Cent pro Aktie angehoben. Dies ist mit 12,5 Prozent die höchste prozentuale Steigerung der vergangenen sieben Jahre. Die Dividendenrendite sei allerdings mit 0,8 Prozent weiterhin schmal, merkt das Wall Street Journal an. Im vergangenen Quartal konnte IBM beim Nettogewinn um 16 Prozent und beim Umsatz um 11 Prozent zulegen. (anw)