3D-Fernsehen ohne Stereobrille

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Bezogen auf ein normales LCD-Panel bedeute dies, dass man die Auflösung um ein 100-faches in einer Dimension erhöhen müsse. Ein getracktes Display sei momentan die vielversprechendste Lösung in Sachen qualitativ hochwertiger räumlicher Darstellung, weil es sich um ein Verfahren handele, durch das sich immense Datenmengen reduzieren ließen. "Viele andere Versuche haben mit dem Problem zu kämpfen, dass sie das gesamte Lichtwellenfeld zu reproduzieren haben. Das Free2C-Display reproduziert die Informationen nur dort, wo sie gebraucht werden, nämlich an den Augen des Betrachters."

Damit das Free2c Display die Qualitäten eines Multi-User-fähigen 3D- Fernsehdisplays erhält, müssen die Forscher noch einige Arbeit leisten. "Das System muss dahingehend verbessert werden, dass es mehrere Nutzer erkennt", sagt Hopf. Zur Zeit arbeiten die Wissenschaftler an der Entwicklung eines speziellen Backlights.

Ein wesentlicher Bestandteil dieser Einheit wird ein Projektionssystem sein, das an verschiedene örtliche Positionen adressiertes weißes Licht generieren kann. Als Lichtquelle sollen RGB-Laser verwendet werden. Der eigentliche Bildgeber ist dabei ein LCD-Panel, in den das Backlight integriert ist. Durch den Projektor soll erreicht werden, dass die Bildinformationen an verschiedenen Positionen im Raum reproduziert werden können. Darüber hinaus soll der Projektor so konzipiert werden, dass sich die Betrachter im Raum frei bewegen können.

Außerdem sind die Wissenschaftler dabei, einen Mehrpersonentracker zu entwickeln, der aber zur Zeit noch einige Schwächen aufweist. "Der Tracker muss noch vom Umgebungslicht unabhängig gemacht werden – das heißt, er muss so konzipiert werden, dass er Lichtveränderungen verträgt und sich entsprechend adaptiert", erläutert Hopf. Außerdem wolle man das Gerät noch robuster machen und dessen Genauigkeit und Schnelligkeit verbessern. So müsse der Tracker beispielsweise auf schnelle Kopfbewegungen der Nutzer reagieren können, ohne dass dabei signifikante Störungen des Systems auftreten.

Auch die Backlight-Einheit muss noch technisch verfeinert werden. "Auf dem Weg zum Auge geht viel Licht verloren. Daher müssen wir sehr helles Laserlicht verwenden, um diesen Verlust zu kompensieren", sagt Hopf. Zwar seien geeignete helle Laser derzeit schon verfügbar, aber sie seien noch nicht ausreichend getestet. Gesundheitliche Schäden für die Augen sind, so Hopf, dabei nicht zu befürchten, denn das Laserlicht werde nicht punktförmig konzentriert, sondern aufgeweitet. Außerdem sei eine gewisse Abschwächung des Lichts durch das LCD-Panel gegeben.

Bis Ende 2008 soll nun der erste, für vier Personen geeignete Prototyp fertig sein. Geplant ist, das Gerät etwa zwei Jahre später zunächst einmal auf dem professionellen Markt einzuführen. Bei einem Stückpreis zwischen 4000 und 5000 Euro soll es dann aber später auch dem Endverbraucher zur Verfügung stehen. (bsc)