Das war das Foto-Jahr 2024

Seite 4: Adobe Elements: Schluss mit „Ewigkeitslizenzen“

Inhaltsverzeichnis
close notice

This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Apropos Abonnement: Bis 2024 gab es Adobe Photoshop Elements und Premiere Elements als „Ewigkeitslizenz“ – die Software war unbegrenzt lange nutzbar. Damit ist nun Schluss. Ab 2025 liefert Adobe die Einsteiger-Versionen der Foto- respektive Videobearbeitungs-Programme nur noch als Drei-Jahres-Lizenz. Das ist zwar immer noch günstiger als die „ausgewachsenen Varianten“ Lightroom und Premiere Pro, die es schon seit 2013 nur noch im Abo gibt, aber es ist eben de facto ein Subskriptionsmodell. Immerhin spendiert Adobe den 2025er Versionen einige KI-Funktionen – gut möglich, dass man darauf setzt, dass Anwender diese Möglichkeiten bald nicht mehr missen wollen und dann bereit sind, alle drei Jahre in den Geldbeutel zu greifen.

Das Ende der Ewigkeitslizenzen: Ab 2025 gibt es Elements nur noch als Dreijahreslizenz.

(Bild: Screenshot heise)

Es gibt viele Wege, es sich mit den eigenen Kunden zu verscherzen. Adobe-Konkurrent Capture One (C1) hat Mitte Februar 2024 seine kostenlose Bildbearbeitung Express nicht nur auslaufen lassen, sondern komplett deaktiviert. Dafür, dass Entwicklung und Support eingestellt wurden, hätte die Nutzergemeinde mutmaßlich Verständnis gehabt angesichts der Tatsache, dass es sich um ein kostenloses Programm handelte. Erbost waren die Anwender aber vor allem darüber, dass C1 alle Express-Lizenzen von einem Tag auf den anderen einfach abschaltete, das Programm somit überhaupt nicht mehr nutzbar war und man über seinen Katalog auch nicht mehr auf seine eigenen Bilder und die Bearbeitungen zugreifen konnte. Ob diese Vorgehensweise C1 viele zahlende Abonnenten für die Pro-Versionen eingebracht hat? Auch Vertrauen ist bisweilen eine harte Währung …

Dazu passt auch: Moderne spiegellose Digitalkameras sind komplexe Geräte, die inzwischen offenbar standardmäßig auf den Markt geworfen werden, noch ehe sie ausgereift sind. Im abgelaufenen Jahr hatte nicht nur Leica damit zu kämpfen (siehe oben). Bei einigen Exemplaren von Canons frisch ausgelieferter R5 II stolperte der Autofokus, und der Multi-Controller zickte. Sony verärgerte eine ganze Reihe seiner Nutzer mit Firmware-Schlamperei bei gleich mehreren Alpha-Modellen – Fotografen berichteten von schlechterer AF-Performance nach einem Update, kürzerer Akkulaufzeit, Kompatibilitätsproblemen mit Objektiven oder gar nicht erst startenden Kameras.

Bevor jetzt ein falsches Bild entsteht: Gute Nachrichten kann die Branche manchmal auch noch. Im April kündigten die Objektivhersteller Sigma und Tamron die ersten eigenen RF-Objektive mit Autofokus an. Das war deshalb so bedeutsam, weil Canon bis dahin aktiv und erfolgreich verhindert hatte, sich den Markt für AF-Objektive fürs spiegellose RF-Bajonett mit Dritten teilen zu müssen. Das Begeisterungsniveau sank allerdings etwas ab, als klar wurde, dass es sich bei den Neuankündigungen von Sigma und Tamron samt und sonders um RF-S-Objektive handelte, also fürs APS-C-Sensorformat. Am Vollformat-Bereich möchte Canon offenbar weiterhin exklusiv verdienen.

Erste Fremdhersteller-Objektive für Canon RF – allerdings zunächst nur für RF-S: Sigma 56mm F1,4 DC DN | Contemporary

(Bild: Sigma)