Die drahtlose GlĂĽhbirne
Seite 2: Die drahtlose GlĂĽhbirne
Die Idee der drahtlosen Energieübertragung ist mehr als 100 Jahre alt. Noch vor dem Jahr 1900 versuchte Nikola Tesla, Strom durch die Luft zu senden. Doch wenig später wurden Stromkabel zum Standardverfahren bei der Energieübertragung über größere Distanzen. Heutzutage tragen wir zahlreiche kleine Geräte mit uns herum, deren Batterien ständig aufgeladen werden müssen. Auch deshalb wäre eine drahtlose Energieversorgung so attraktiv.
Das MIT-Team gehört nicht zu den einzigen Forschern, die das Problem lösen wollen. Das Start-up Powercast versucht beispielsweise, mit einer anderen Methode kleinere Wattzahlen über Distanzen von rund einem Meter zu übertragen – was anfangs nur für kleine Komponenten wie Sensoren ausreicht.
Fragt sich nur, ob die Technologie Auswirkungen auf die Gesundheit haben könnte: "Da wird es ganz bestimmt Sicherheitsfragen geben – echte und eingebildete", meint etwa John Pendry, Professor für Physik am Imperial College in London, der die Studie kennt. "Die Energie muss sich ja schließlich auf die ein oder andere Art durch den Raum bewegen – die Körper, die im Weg sind, eingeschlossen." Das MIT-Team habe das Problem aber zu minimieren versucht: "Die Energie liegt vor allem in Form eines Magnetfeldes vor. Dagegen ist der Körper nahezu unempfindlich." Ob das Verbraucherschützer auch so sehen werden?
Basierend auf seinen Berechnungen sei die Technologie sicher, meint Soljacic – sogar für Menschen mit Implantaten wie Herzschrittmachern. Im Experiment untersucht wurde dies allerdings noch nicht – das MIT-Team geht aber davon aus, dass es keine starken Einwirkungen bei Geräten geben kann, die auf anderen Frequenzen schwingen.
Soljacic und seine Kollegen haben denn auch bereits Patente beantragt und wollen die Technologie kommerzialisieren. Es werde aber noch ein paar Jahre dauern, bis Endkunden den drahtlosen Strom dann kaufen könnten. In der Zwischenzeit wollen die Forscher weiter experimentieren – mit unterschiedlichen Materialien und alternativen Spulengeometrien, um Reichweite und Leistung der Energieübertragung noch zu steigern. (bsc)