Feintuning – Die Neuerungen von Linux 2.6.30

Seite 5: Neue Treiber fĂĽr LAN-, WLAN-, Audio- und Video-Hardware

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Erstmals wird Linux mit der Version 2.6.30 den WLAN-Treiber ar9170 für den gleichnamigen 802.11n-USB-Chipsatz von Atheros mitbringen (1, 2, 3, 4, 5, 6). Der Treiber ist noch brandneu, nutzt aber Codeteile des vor einigen Monaten von Atheros offengelegten Treibers otus – den hatten die Entwickler wegen Qualitätsmängeln jedoch nicht aufnehmen wollen und sich zur Entwicklung von ar9170 entschlossen, auch wenn er mit dem Funktionsumfang von otus bislang nicht mithalten kann. Ebenfalls noch nicht ausgereift ist der neue Treiber at76c50x-usb für die älteren Atmel-WLAN-Chips at76c503, at76c505 und at76c505a. Er soll langfristig den bei 2.6.28 in den Staging-Bereich des Kernels aufgenommenen Treiber at76_usb ersetzen. Die Treiber für die neueren Intel-Chipsätze erweiterten die Kernel-Entwickler um Unterstützung für die Intel-WLAN-Chips 1000, 6000 und 6050 (1, 2, 3, 4).

An dem für den Wechsel in und aus den Bereitschaftsmodi (Suspend-to-RAM und -Disk) zuständigen Code im WLAN-Subsystem gab es einige Verbesserungen, um die Nutzung der systemweiten Schlafzustände robuster zu machen. Ferner verbesserten die Kernel-Hacker die Unterstützung für die zur Laufzeit genutzten Stromsparmechanismen moderner WLAN-Hardware sowohl im WLAN-Stack Mac80211 als auch einigen Treibern (u. a. 1, 2, 3); weitere Verbesserungen sowie eine große Überarbeitung des für die WLAN-Ein/Aus-Schalter und -Hotkeys zuständigen Rfkill-Frameworks sind mit 2.6.31 zu erwarten.

Von Oracle-Entwicklern eingebrachter Code erweitert den Kernel um Unterstützung des für Cluster konzipierten Protokolls Reliable Datagram Sockets (RDS) (Dokumentation). Das Security Model des Bluetooth-Stack haben die Kernel-Hacker an die Neuerungen von Bluetooth 2.1 angepasst und dabei um Unterstützung für Secure Simple Pairing erweitert, über das die iX kürzlich berichtete.

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Neue Linux-Versionen sind über die in Amerika und Europa stationierten Server von Kernel.org erhältlich; deren Inhalte spiegeln auch zahlreiche deutsche Mirror. Linux-Anwender, die sich nicht intensiv mit dem Kernel und dessen Umfeld beschäftigen, sollten neue Linux-Treiber und -Kernel aber normalerweise nicht auf eigene Faust einspielen, sondern auf die Kernel der Linux-Distributoren zurückgreifen. (...mehr...)

Die Audio-Treiber von Linux 2.6.30 werden in etwa dem Stand der Alsa-Treiber 1.0.20 entsprechen. Sie bringen unter anderem größere Umbauarbeiten am Framework ASoC (ALSA System on Chip) und den HD-Audio-Treibern. Letztere lassen sich über Sysfs nun besser zur Laufzeit umkonfigurieren (1, 2, 3).

Beim V4L/DVB-Subsystem gab es wieder einmal unzählige Änderungen – so viele, dass sie selbst der Verwalter dieses Kernel-Bereichs nicht zusammenfassen mag. Erstmals dabei ist etwa der Treiber cx231xx für über USB angeschlossene TV-Hardware mit den Conexant-Chips der Serie cx231xx. Neu ist auch der Treiber hdpvr für die ebenfalls per USB angebundene Hauppauge HD PVR sowie die Unterstützung für die DVB-T-Hardware Sony PlayTV. Zahlreiche weitere Änderungen, die neue Treiber mitbringen oder den Funktionsumfang älterer Treiber erweitern, finden sich im vierten Teil der Kernel-Log-Mini-Serie "Was 2.6.30 bringt".