Oberflächen und Bürogeräte reinigen in Zeiten von Corona
Seite 2: Arbeitsmittel säubern
Oberflächen sauber halten
Für die klassische mechanische Reinigung sollten Sie sämtliche Oberflächen von Schreibtisch und Geräten mit einem sauberen, saugfähigen Mikrofasertuch abwischen, das zuvor in Wasser mit mildem Spülmittel getränkt wurde. Pril & Co. lösen Fett und sind selbst wasserlöslich: Die Tenside greifen den Dreck auf der Geräteoberfläche an, das Wasser spült die Schmutzschicht weg. Zusätzlich kann man wasserlösliche und fettlösende Alkohole wie Methyl-, Ethyl- und Isopropylalkohole nutzen. Allerdings trocknen diese auf der Oberfläche durch Ausgasen und setzen dabei giftige Dämpfe frei. Deshalb empfiehlt sich die Behandlung nicht für große Flächen oder allenfalls bei weit geöffnetem Fenster.
Auf den Einsatz von Aceton sollten Sie generell verzichten: Aceton ist zwar stark fettlösend, aber es greift Kunststoffoberflächen an und löst daraus Farbstoffe und Weichmacher – im Ergebnis erhalten Sie zwar eine saubere, aber fleckige und stumpf wirkende Oberfläche. Ähnliches gilt für Scheuermittel oder stark ätzende Reiniger wie Domestos.
Das Vorlagenglas von Scanner und Kopierer lässt sich mit einem milden Fensterreiniger säubern. Die optisch bearbeiteten, entspiegelten Gläser verkratzen schnell, gehen Sie hier also besonders vorsichtig vor. Vor jeder gründlichen Reinigung elektrischer Geräte gilt: Schalten Sie das Gerät zunächst ab und ziehen Sie den Stecker.
Displays reinigen
Auch Bildschirmoberflächen von Mobilgeräten, Monitoren oder Tablets lassen sich sehr gut mit einer milden Spülmittellösung reinigen. Aggressive Reinigungsmittel können die oberen Schichten wie die Entspiegelung und den Polarisator des Displays ablösen und das LCD oder OLED zerstören. Auch bleichmittelhaltige Substanzen sind für Bildschirmoberflächen tabu. Milde Glasreiniger helfen zwar schnell, sind aber dauerhaft kein probates Mittel, denn sie hinterlassen meist einen störenden Belag. Gleiches gilt für Brillenputztücher und viele Bildschirmreiniger aus kleinen Sprühflaschen. Der Belag verschwindet, wenn man das Display nach der Behandlung mit einem wassergetränkten Lappen abwischt und anschließend gründlich, aber ohne großen Druck trocken wischt. Ohne Trocknung bleiben wie auf einem Badezimmerspiegel unschöne Schlieren oder Kalkflecken.
Bei allen Reinigungsmaßnahmen gilt: Sprühen Sie die Mittel nie direkt auf den Schirm, sondern immer auf den Lappen. Andernfalls könnte Flüssigkeit zwischen Display und Rahmen fließen und das Gerät zerstören.
Das Smartphone ist ein potenzieller Träger vieler Erreger, wird es doch in Händen gehalten, die zuvor viele andere Oberflächen angefasst haben. Deshalb sollten Sie Ihr Smartphone regelmäßig wie oben beschrieben reinigen. Entfernen Sie vor der Prozedur etwaige Schutzhüllen und reinigen diese separat. Klebt auf dem Display eine Schutzfolie, können sie das Reinigungstuch zum Abschluss mit ein wenig Handdesinfektionsmittel befeuchten und das Gerät damit abwischen. Da viele Desinfektionsmittel Bleiche enthalten, empfiehlt sich dieses Verfahren aber nicht für ungeschützte Displays. Prüfen Sie gleich auch die Anschlussbuchsen: Wenn das USB-Kabel beim Laden nicht mehr ordentlich festsitzt, liegt das vielleicht nur am festgetrockneten Schmutz in der Buchse. Den können Sie vorsichtig mit einem hölzernen Zahnstocher entfernen.
Spezielle Empfehlungen gibt es von Seiten des BAuA für Touchscreens, die sich in allgemeinen Bereichen befinden und etwa zur Zugangskontrolle genutzt werden. Sie sollten nach der mechanischen Behandlung aktuell regelmäßig desinfiziert werden.
Tastaturen und Mäuse
Tastaturen entpuppen sich oft als wahre Dreckschleudern. Drehen Sie ihre (externe) Tastatur einfach mal um und klopfen mit der Kante leicht auf den Tisch: Sie könnten staunen, was da alles herausrieselt. Befreien Sie die Tastenzwischenräume anschließend mit einem feinen Pinsel von den noch anhaftenden Krümeln und reinigen Sie stärkere Verschmutzungen mit einem zusammengezwirbelten Feuchttuch oder einem in Spülilösung getränkten Wattestäbchen. Stochern Sie mit dem Stäbchen nicht unter die Tasten, es könnten Wattereste hängenbleiben und die Tastenmechanik beeinträchtigen. Zum Abschluss säubern Sie das gesamte Tastenfeld mit einem spülmittelgetränkten Lappen und wischen mit klarem Wasser feucht nach.
Weil schwitzende Finger Salz auf der Tastatur ablagern, empfehlen sich Putzmittel, die außer fettlösenden Bestandteilen alkalische oder saure wie Essig oder Zitronensaft enthalten. Handelsübliche Reinigungsmittel für IT-Geräte, die zumeist fettlösende Tenside ebenso wie alkalische Lösungen enthalten, hinterlassen auf den Oberflächen oft einen klebrigen Film; er soll versiegelnde Wirkung haben und lässt sich mit klarem Wasser entfernen. Spezielle Reinigungskneten für Tastaturen dringen auch in die Tastenzwischenräume, ihre Reinigungskraft ist jedoch begrenzt. Außerdem können sie schmierige Rückstände hinterlassen und, falls sie zu schnell trocknen, auch nervige Brösel.
Zur Grundreinigung mechanischer Tastaturen kann man deren Tasten vorsichtig ablösen und separat reinigen, etwa in einem kleinen Beutel bei 30 Grad in der Waschmaschine oder kontemplativ von Hand. Machen Sie vorher ein Foto vom Tastaturlayout, damit nachher alle Tasten wieder am richtigen Platz landen. Besondere Vorsicht ist bei Notebooks geboten: Deren Tasten sollten Sie niemals abziehen. Üben Sie bei der mechanischen Reinigung keine großen Kräfte aus und versuchen Sie nicht, mit einem Wattestäbchen unter die dünnen Tasten zu gelangen.
Mäuse können Sie mit Spüliflüssigkeit oder Isopropanol abwischen und die Spalten am Mausrad mit einem Zahnstocher reinigen. Mauspads lassen sich mit einem feuchten Tuch säubern.
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