Reha-Roboter fĂĽr Schlaganfall-Patienten

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Pilotstudien sollen dies beweisen. So hätten Patienten, die am Roboter-Arm übten, im gleichen Zeitraum doppelt so gute Funktionsverbesserungen gezeigt wie die mit konventioneller Therapie. Fortschritte hätten sich auch Monate oder Jahre nach dem Schlaganfall nachweisen lassen.

Richard Hughes, Krankengymnast am Spaulding Rehabilitation Hospital in Boston, hält das Gerät, das dort auch getestet wird, für eine gute Ergänzung. "Die Leute mögen den Roboter. Er erinnert sie an ein Videospiel." Der Roboter werde auf eine strukturierte Art genutzt, was es deutlich vereinfache, die Bewegungen durchzuführen. Das sei fast wie im Fitnesscenter.

Das MIT-Forschungsteam arbeitet derzeit in Pilottests in Reha-Klinken an neuen Geräten, die vertikale Bewegungen und das Handgelenk trainieren können. Die bisherigen Resultate seien positiv. Außerdem sind Systeme für die unteren Gliedmaßen angedacht - im besten Fall soll eine ganze Maschinenfamilie entstehen.

Die Roboter messen Bewegungen und Reaktionen genau und können so die Koordinationsfähigkeit und Stärke des Patienten aufbauen. Die Behandlung kann "on the fly" verändert werden. So werde auch ein schnelleres Lernen nach dem Belohnungsprinzip möglich, sagt Hogan. Neue Algorithmen sollen zu besseren Ergebnissen mit weniger Wiederholungen führen. "Je besser man wird, um so weniger macht der Roboter. Die Anforderungen steigen. Man will den Patienten weder entmutigen noch ihn einschlafen lassen." Ein solcher Ansatz kann die funktionalen Verbesserungen verdreifachen - so zumindest erste Ergebnisse.

Das US-Ministerium für Veteranen-Angelegenheiten gehört zu den großen Förderern von Forschungen auf dem Gebiet der Reha-Roboter. Am "Palo Alto Rehabilitation Research and Development Center", einer Forschungseinrichtung des Ministeriums, arbeiten H.F. Machiel Van der Loos und seine Kollegen an Zwei-Arm-Robotern, bei denen Schlaganfall-Überlebende kombinierte Bewegungen mit beiden Händen üben können - beispielsweise das Klatschen. (Phybotics will das System kommerziell anbieten.) Andere Einrichtungen in den USA und anderswo arbeiten an Reha-Robotern für die oberen und unteren Gliedmaßnahmen - oder beides zusammen.

Einige Forscher gehen noch weiter. Janis Daly, außerordentliche Professorin für Neurologie an der Case Western Reserve School of Medicine, arbeitet etwa an Kombinationstherapien, bei denen Krankengymnastik mit Roboter-Therapie oder funktionaler neuromuskulärer Stimulation (FNS) kombiniert wird. Bei FNS werden elektrische Impulse benutzt, um einen Muskel zu aktivieren. Nach vorläufigen Ergebnissen sind die Fortschritte bei der Schulter- und Armkoordination bei Patienten mit Roboter-Therapie gut, während FNS-Behandlungen die Finger- und Handgelenk-Kontrolle verbessern. "Unsere Patienten sind so begeistert, dass sie länger in Behandlung bleiben wollen", sagt Daly.