TR Online 2015: Von KI fĂĽr Sexpuppen, Computer-Wunderkindern und Weltrekorden bei der Wasserstoffproduktion
Effizienteres H2 geht nicht
Wasserstoff soll schon seit Jahren den Klimawandel stoppen und dafür sorgen, dass Elektroautos länger rollen. Doch bislang wurde noch nichts aus der Idee von der "sauberen" Energie. Forscher der Universitäten Tokio und Miyazaki haben bei der Produktion des Antriebsstoffs einen Weltrekord aufgestellt: die effizienteste durch Solarenergie betriebene Elektrolyse von Wasser.
In ihrem Forschungsbericht beanspruchen die Japaner, dass sie 24,4 Prozent der eingefangenen Energie in durch die Elektrolyse freigesetzten Wasserstoff umwandeln konnten. Der bisherige Weltrekord lag fĂĽnf Prozentpunkte darunter. Der TR-Beitrag zum Wettrennen um die besten Verfahren fĂĽr die Wasserstoffproduktion kam im Oktober 2015 bei den Lesern am besten an.
Zwei Billiarden Watt
Einen besonders mächtigen Laser haben Forscher in Osaka entworfen. Der "Laser for Fast Ignition Experiments" erreichte im Experiment für einen winzigen Augenblick lag seine Leistung von zwei Billiarden Watt oder zwei Petawatt. "Sie w1ar damit doppelt so hoch wie die des zweitstärksten Lasers der Welt, der gerade an der Universität Texas in Austin entwickelt wird", schreibt der TR-Autor.
Mit ihrem Rekord verleiteten die japanischen Forscher viele Medien sofort zu Vergleichen mit Science-Fiction, wie etwa der Laserkanone des Todessterns aus dem Weltraumabenteuer "Star Wars", die mit einem Schuss einen ganzen Planeten zerstören kann. Abgesehen davon, dass die Leistung des LFEX dafür bei Weitem nicht ausreicht, sind die von den Japanern angedachten Anwendungsgebiete sehr friedlicher Natur. Der TR-Artikel zum LFEX-Rekord war im November 2015 beliebtester Beitrag.
Membran statt Plastikflasche
Die Herstellung einer Flasche aus Plastik verbraucht enorme Ressourcen: Sieben Liter Wasser und 150 Zentiliter Öl gehen dabei drauf, wie Rodrigo Garcia Gonzalez vom Öko-Start-up Skipping Rocks Lab ermittelt hat. Die junge Firma entwickelt daher eine spannende Innovation zusammen mit universitären Forschern: Eine Membran aus dem Braunalgenstoff Natriumalginat, die sich als eine essbare Getränkehülle nutzen lassen könnte. "Ooho" nennt sich die Idee. Eine etwa Golfball-große Einheit soll in der Herstellung laut Medienberichten einen Penny kosten.
Noch gibt es einige offene Fragen: Zum Beispiel lässt sich die Membran nicht wieder verschließen, das wird schwierig beim Transport und beim Verbrauch. Skipping Rocks Lab wollen sich hier aber an der Natur orientieren, etwa bei Orangen. Innerhalb ihrer Schale tragen sie mehrere einzelne Fruchtstücke. "Wir wollen ebenso mehrere kleine Behälter machen, die wiederum von einer großen Membran umschlossen sind", so Gonzales. Der TR-Beitrag zur neuartigen Getränkemembran war populärster Artikel im Dezember 2015.
(bsc)