Visual Studio 2008

Seite 2: Bereit für Vista

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VS 2005 konnte noch keine komfortable Unterstützung für die Einbettung von Win32-Manifesten zur Steuerung der von Entwicklern gefürchteten Vista-Benutzerkontensteuerung UAC (User Account Control) bieten. Mit der neuen IDE kann der Entwickler nun über die Elementvorlage „Application Manifest File“ und die Projekteigenschaft „View UAC Settings“ bei VB beziehungsweise „Icon and Manifest“ bei C# einfacher festlegen, ob die Anwendung unter Standardrechten läuft oder höhere erfordert.

Der im Visual Studio 2008 eingebettete zweiteilige WPF-Designer (Abb. 2)

Endlich erhält der Entwickler einen stabilen Designer für WPF-Oberflächen, der sich zudem durch zahlreiche Funktionen auszeichnet. Man kann im zweigeteilten Fenster wahlweise mit dem visuellen Designer arbeiten oder direkt den Quellcode mit Intellisense-Unterstützung im XML-Dialekt XAML eingeben. Nach der Auswahl eines visuellen Elements helfen Hilfslinien bei der Positionierung und Größenangaben bei der Gestaltung (s. Abb. 2). Im Eigenschaftsfenster erscheint für das ausgewählte Element die Eigenschaft, wobei ein Suchfeld bei der Orientierung im Dickicht der zahlreichen Einstellungen hilft. Selbstverständlich bietet der Designer die für Vektorelemente typische stufenlose Zoom-Funktion.

Die Präzision der Darstellung innerhalb der IDE lässt stark zu wünschen übrig, viel schlimmer aber ist, dass eine Unterstützung für Animationen komplett fehlt. Wer Animationen und einen präziseren Designer will, muss weiterhin Microsoft Expression Blend separat erwerben. Expression Blend ist im Juli 2007 erschienen. Mittlerweile gibt es eine Vorabversion der Version 2.0 (s. Onlinequellen), die Visual Studio 2008 und Entwicklungen für Silverlight, Microsofts WPF-basierte Alternative zu Macromedia Flash unterstützt. Zur Bearbeitung von Silverlight-Projekten direkt in Visual Studio 2008 gibt es erst eine Alpha-Version.

Dafür hat Microsoft den Visual Web Developer für ASP.Net-Entwickler wesentlich verbessert. Neuerungen zur Webtechnik sind auf Seite 64 im Rahmen des Beitrags zum IIS beschrieben.

Die Erstellung eines WCF-Proxy mit Visual Studio ist komfortabler geworden (Abb. 3).

Für verteilte Anwendungen mit der WCF hat Microsoft den Dialog zur Erstellung eines Proxy für den Client erheblich erweitert (s. Abb. 3). Im Kontextmenü eines .Net-3.x-Projekts findet man nur noch den Eintrag „Add Service Reference“ für Proxies im WCF-Stil. Um einen Proxy im .Net-1.x/2.0-Stil zu erstellen, steht unter Advanced die Schaltfläche „Add Web Reference“ zur Verfügung. Sie erscheint nur noch im Kontextmenü eines Projekts und im Menü Project, wenn als Target Framework „.Net 2.0“ gewählt wurde. Der „Service Configuration Editor“ für die WCF-Konfigurationseinstellungen ist gegenüber der Alpha-Version nicht sichtbar verändert und bleibt weiterhin eine externe Anwendung. Der Aufruf erfolgt über das Menü Tools oder das Kontextmenü einer Konfigurationsdatei.