Warum die US-Impfdaten für eine COVID-Immunisierung von Kindern sprechen​

Seite 2: Impfquote von 100 Prozent so nah wie möglich kommen

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Sie zu erreichen könnte allerdings für manche Orte zu hoch sein. Ka-Kit Tung, Mathematikprofessor an der Universität von Washington, hat die Auswirkungen von Impfstoffen auf die Verbreitung von Varianten untersucht. Seiner Meinung nach bedeutet die Ansteckungsfähigkeit der Delta-Variante, dass es wichtig ist, einer Impfquote von 100 Prozent so nahe wie möglich zu kommen.

Für die Herdenimmunität des ursprünglichen COVID-Stammes war eine Impfung von etwa 75 Prozent erforderlich, während für Delta eher 99 Prozent erforderlich sind. "Das heißt, man muss jedes Kind und jeden Erwachsenen impfen", sagt er. "Wenn man eine Gruppe der Bevölkerung ausschließt, wird man die Reproduktionszahl niemals unter 1 senken können."

Ist eine solche Zahl realistisch? Majumder weist darauf hin, dass die Impfraten unter Jugendlichen immer noch niedrig sind – nur 46 Prozent der 12- bis 15-Jährigen sind bisher geimpft worden. Das, so Majumder, liege vor allem an den Bedenken der Eltern.

"Aus diesem Grund bin ich der Meinung, dass wir die Diskussion über die elterliche Impfzurückhaltung wieder in den Mittelpunkt stellen müssen", sagt sie. "Dieses Problem ist keineswegs neu; vor der Pandemie habe ich dieses Phänomen im Zusammenhang mit Masern und HPV untersucht."

Auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder symptomatisch erkranken (und sich daher durch Husten und Niesen anstecken), geringer ist, könnte die Impfung dieser Gruppe den entscheidenden Unterschied ausmachen, wenn wir uns auf einen weiteren potenziell strengen Corona-Winter zubewegen.

"Man kann sich das wie eine Grippe vorstellen, und wie wir mit dieser Krankheit leben", sagt Blumberg von der UC Davis. Grippeschutzimpfungen sind weit weniger wirksam als Corona-Impfungen, aber sie schützen die Menschen dennoch, wenn genügend Menschen sie regelmäßig auffrischen.

"Bei der Grippe haben die meisten Menschen eine Teilimmunität", sagt er. "Sie können sich anstecken und wieder gesund werden, aber bei der überwiegenden Mehrheit der Menschen führt die Grippe nicht zu einem Krankenhausaufenthalt oder einer ernsthaften Erkrankung, es sei denn, sie sind immungeschwächt oder älter."

Und wenn wir diese Art von Ergebnis erreichen, sagt er, "dann sind Krankenhäuser und Intensivstationen nicht überlastet ... und wenn wir das nicht haben, können wir Schließungen und Maskenanordnungen beenden."

(vsz)