Zähes Ringen
Seite 2: Wann sich Freelancer rechnen
Wann sich Freelancer rechnen
Rund zwanzig Prozent ihres Bedarfs an IT-Personal decken Unternehmen hierzulande mit Selbstständigen ab. Dabei stehen sie immer wieder vor der Frage: In welchen Fällen sollte man ein Projekt mit fest angestellten Mitarbeitern besetzen und wann mit Freelancern? Die Antwort darauf zu finden war der Auftrag einer Studie, die der Personaldienstleister Etengo in Kooperation mit der Fachhochschule Ludwigshafen erstellt hat.
Die einfache Gegenüberstellung von Gehalt versus Stundensatz greift danach deutlich zu kurz. Das Fazit verschiedener Berechnungsmodelle: In zeitlich begrenzten Projekten haben Freelancer in der Regel die Nase vorn. Als möglichen Grund nennen die Autoren den Umstand, dass die Freischaffenden gewohnt sind, sich schnell in neue Projekte und Aufgaben einzuarbeiten. Zudem gaben viele der Befragten an, dass Freiberufler aufgrund ihrer Projekterfahrungen ein Fachgebiet aus verschiedenen Blickwinkeln kennen und dadurch oft überlegen seien. Bis zu einer Projektlaufzeit von 25 Monaten lohnt sich daher der Einsatz von Freelancern (dabei ist die Zeit eingerechnet, die man braucht, einen passenden Kandidaten zu finden). Dauert das Projekt länger, kommen Festangestellte im Kosten-Nutzen-Vergleich besser weg, denn dann wirken sich die Bindung an das Unternehmen sowie das interne Wissen positiv aus.
An der Befragung beteiligten sich 347 Personen aus großen (80 Prozent) und mittelständischen Unternehmen. 257 davon füllten den Fragebogen teilweise aus, 98 vollständig. Damit sind die Ergebnisse statistisch nicht empirisch abgesichert, zeigen aber einen Trend.
Literatur
- Freelancer vs. Festangestellter in der Projektwirtschaft – ein empirischer Investitionsvergleich; Etengo Deutschland AG, 2012