Zahlen, bitte! Alle Lichtlein brennen dank elektronischer Weihnachtsbeleuchtung
Seite 2: Die Lichterketten werden erschwinglicher
1903 brachte Edisons Firma, mittlerweile in General Electric umbenannt, für 12 Dollar Lichterketten mit 24 Lichtern auf den Markt – nach heutigem Wert rund 430 Dollar – daher auch nicht für jeden erschwinglich.
Für 1,50 Dollar ließen sich aber schon Lichterketten mieten. Von da an sanken die Preise kontinuierlich. Dazu kam, dass Feuerversicherungen ab 1908 begannen, bei Christbaumbränden den Versicherungsschutz zu versagen.
Eine urbane Legende besagt, das Albert Sadacca als Teenager in der Zeitung von einem verheerenden Feuer 1917 in New York City las, ausgelöst durch einen brennenden Weihnachtsbaum. Das soll ihn anspornt haben, seine Familie zu überzeugen, bezahlbare Christbaumlichter auf den Markt zu bringen, um solche Unglücke in Zukunft zu vermeiden. Ob die Geschichte stimmt, ist nicht verbürgt: Seine Firma machte trotzdem ab Mitte der 1920er glänzende Geschäfte mit dem leuchtenden Christbaumschmuck. Marketing ist alles!
Ab den 1930ern wurde die Beleuchtung wetterfest. Ein Meilenstein dabei: Die Bauarbeiter des Rockefeller-Centers legten zusammen, um einen Weihnachtsbaum neben der Baustelle aufzustellen. Aus dieser Geste, den Aufbau-Arbeitsplatz etwas schöner zu gestalten, schuf das Management ab 1933 bis heute mit dem hell illuminierten Weihnachtsbaum eine jährliche Tradition.
Die Lichterketten erreichen nach dem Krieg Europa
In Europa begann vor allem ab den 1950er Jahren der Siegeszug der Lichterketten: Der Brandschutz war eben ein ziemlich gutes Argument.
21.790.000.000 Lämpchen
618.700.000 Kilowattstunden Stromverbrauch
Pro Haushalt etwa 190 Kilowattstunden (im Zeitraum zwischen 1. Advent und 6. Januar)
255.000.000 € Kosten
Mit dem Strom könnten theoretisch 183.000 Haushalte ein Jahr lang mit Strom versorgt werden.
Quelle: Berechnung aus der 14. Lichtblick-Weihnachtsumfrage, einer repräsentativen Onlineumfrage durchgeführt durch YouGov zwischen dem 14. und 16.10.2024 mit Teilnahme von 2031 Personen.
Heute, am 24. Dezember ist der Großkampftag der besinnlichen Lichter. Die Anzahl der eingesetzten Leuchtmittel wird alleine in Deutschland 2024 auf insgesamt über 21.790.000.000 Glühlampen geschätzt.
Dank neuester LED-Technik sind viele davon bis zu 80 Prozent sparsamer als die Glühlampen davor. Dennoch führen die Feiertage insgesamt zu besonders hohen Verbrauchshöhen, besonders an Heiligabend und am ersten Weihnachtsfeiertag. Diese Verbrauchsspitzen werden im Fachjargon auch Gänsebratenspitze genannt, sind aber aufgrund der gleichzeitig pausierenden Industrie für die Energieversorger beherrschbar.
(Bild:Â Markus Will)
Eine ganz besondere Lichterkette, die nicht in der Zählung auftaucht, erscheint jedes Jahr im Heiseforum. Sie wurde von den Usern selbst geschaffen und leuchtet in den Kommentaren abwechselnd rot und grün. Die wird auch heute wieder an gewohnter Stelle ausgepackt.
Jedenfalls sei Ihnen bereits ein stressfreier und besinnlicher Heiliger Abend gewünscht – Ohne zickende Lichterketten und mit mehr Lametta, so wie früher.
(mawi)