25. Jubiläum: Der Apple iMac riss das Ruder herum

Seite 3: Die Hardware des iMac G3 – und wie es bei der Rechnerlinie weitergeht

Inhaltsverzeichnis

Im ersten c't-Test musste der iMac G3, auf dem standardmäßig noch das klassische macOS 8 lief, zeigen, was er draufhatte. Das iMac-Mainboard messe "nur" knapp 20 cm x 20 cm und habe optisch wie technisch mehr mit dem der aktuellen G3-PowerBooks gemein als mit den Platinen anderer Desktop-Macs, die damals unter dem Markennamen Power Macintosh liefen, schrieben die Kollegen. Verbaut waren ein PowerPC 750 mit 233 MHz samt Backside-Cache (512 KByte, halber CPU-Takt). An RAM steckten minimal 32 MByte im SO-DIMM-Slot, der Grafikspeicher lag bei 2 MByte.

Insgesamt gab es für die Performance des iMac G3 in c't lobende Worte: "Wenn Steve Jobs sagt, der iMac ist ein Einsteigercomputer mit Up-to-date-Performance, übertreibt er kaum. Unsere Benchmarks ähneln denen des Desktop-Mac G3/233: Bei CPU-intensiven Anwendungen sind die beiden fast gleich schnell, lediglich Grafiklogik und Festplatte unterscheiden sich in der Performance." Mangelnde Anwendungsperformance dürfe niemanden vom Kauf des neuen Einsteiger-Mac abhalten – höchstens aber der damalige deutsche Einstiegspreis von 3000 Mark.

Der iMac G3 von 1998 (9 Bilder)

Fehlendes Diskettenlaufwerk beim ersten iMac nachrüsten? Mit etwas Lötgeschick kein Problem – auch wenn das Endergebnis nicht allzu ansehnlich ist.

Der Rest ist Geschichte: Der iMac entwickelte sich für Apple zum Bestseller, der – zusammen mit weiteren Geräten wie dem iBook – für den Konzern das Ruder herumriss. Es gab kaum eine Webdesignagentur in den frühen 2000ern, in denen derlei Geräte nicht dutzendfach zu sehen waren. Der iMac entwickelte sich zu Apples wichtigstem Desktop-Gerät, den es auch heute noch gibt – unzählige Inkarnationen, zunächst mit PowerPC-Ausstattung, dann mit Intel-Prozessor und schließlich mit Apple Silicon kamen in 25 Jahren auf den Markt.

Aktuell ist die Situation allerdings etwas mau: Nach dem iMac M1, der im Mai 2021 erschien, hat Apple bislang nichts mehr nachgelegt. So warten die Apple-Freunde sowohl auf den Nachfolger des 24-Zöllers als auch auf die erste Apple-Silicon-Variante des iMac Pro mit (mindestens) 27 Zoll. Aktuell ist die Gerüchteküche leider ziemlich schweigsam und es könnte noch mindestens bis Ende 2023 dauern, bis der iMac wieder aktualisiert wird – trotz des runden Jubiläums. (bsc)