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Deutschland erhÀlt eines von zwei Galileo-Hauptkontrollzentren

Peter-Michael Ziegler

Bei einem Industrie-Treffen in BrĂŒssel wurde heute entschieden, dass eines der beiden Hauptkontrollzentren fĂŒr das europĂ€ische Satellitennavigationssystem beim Deutschen Zentrum fĂŒr Luft- und Raumfahrt im bayerischen Oberpfaffenhofen angesiedelt wird.

Die Beharrlichkeit Deutschlands im Streit um ZustĂ€ndigkeiten [1] beim kĂŒnftigen europĂ€ischen Satellitennavigationssystem Galileo [2] hat sich offenbar ausgezahlt: Seit dem heutigen Montag steht fest, dass eines der beiden Galileo-Hauptkontrollzentren beim Deutschen Zentrum fĂŒr Luft- und Raumfahrt (DLR [3]) im bayerischen Oberpfaffenhofen angesiedelt wird. DLR-Vorstand Prof. Dr. Achim Bachem erklĂ€rte gegenĂŒber heise online, die Einigung beinhalte auch die Zusage, dass von Oberpfaffenhofen aus der Galileo-Regelbetrieb in den kommenden 20 Jahren durchgefĂŒhrt wird. Das zweite Hauptkontrollzentrum soll im italienischen Fucino in der NĂ€he von Rom angesiedelt werden, das Galileo-Headquarter kommt nach Toulouse.

Deutschland erhĂ€lt zudem ein Performance-Center fĂŒr die QualitĂ€tskontrolle und ist ĂŒber das neue Konsortium TeleOp, dem die Telekom-Tochter T-Systems, der kommerzielle Zweig des DLR, das Raumfahrtunternehmen EADS und mit einem kleineren Anteil die bayerische Förderbank angehören, mit im Rennen um die endgĂŒltige Vergabe des Konzessionsvertrags, der im kommenden Jahr unterzeichnet werden soll. "Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis des Meetings", sagte Bachem im GesprĂ€ch mit heise online. FĂŒr Deutschland gebe es jetzt keine Veranlassung mehr, weitere Gelder fĂŒr das Galileo-Projekt einzufrieren [4].

Bei dem Treffen unter Leitung des frĂŒheren EU-Kommissars Karel Van Miert in BrĂŒssel nahmen die jetzt acht Industriepartner sowie politische Vertreter der fĂŒnf grĂ¶ĂŸten EU-MitgliedslĂ€nder teil. Als weiteres Ergebnis der Verhandlungen wurde festgelegt, dass Spanien ein Back-Up-Kontrollzentrum erhĂ€lt und die Verantwortung fĂŒr das so genannte Safety-of-Life-Signal (SoL) ĂŒbernimmt. Hauptmerkmal dieses Dienstes ist die Bereitstellung zusĂ€tzlicher IntegritĂ€tsdaten (zum Beispiel in Form einer digitalen Signatur) ĂŒber separate Frequenzen in den BĂ€ndern E5a+E5b und L1.

Der bayerische Wirtschaftsminister Erwin Huber nannte die Entscheidung unterdessen einen "Riesenerfolg fĂŒr Bayern". Das jahrelange Engagement der bayerischen Staatsregierung habe sich gelohnt. Durch die in Bayern angesiedelten wichtigen Bausteine des Satelliten-Navigationssystems wĂŒrden neue ArbeitsplĂ€tze entstehen. "Ich bin ĂŒberzeugt, dass dies in Zukunft viele weitere Unternehmen anziehen wird", sagte Huber in einer Stellungnahme. Das DLR rechnet damit, dass mit der Standortentscheidung 100 neue ArbeitsplĂ€tze im Kontrollzentrum und eine große Zahl zusĂ€tzlicher ArbeitsplĂ€tze im regionalen Umfeld entstehen. (pmz [5])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-155009

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Weiter-Gerangel-um-europaeisches-Satellitennavigationssystem-Galileo-135567.html
[2] https://www.heise.de/news/Giove-soll-Frequenzbaender-fuer-Galileo-sichern-146774.html
[3] http://www.dlr.de
[4] https://www.heise.de/news/Stolpe-macht-bei-Galileo-Ernst-137905.html
[5] mailto:pmz@ct.de