Digitalfotos zum Anfassen: 17 Internet-Fotodienstleister im Vergleich
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Upload-Programme wie die unter anderem von Plus eingesetzte IP-Labs-Software gestalten den Bestellvorgang komfortabel. Von der Rote-Augen-Korrektur lässt man aber besser die Finger.
Mehr Komfort verspricht eine Upload-Software, wie sie alle getesteten Dienstleister außer Snapfish anbieten. Dass man die Fotogröße sowohl für alle Fotos als auch einzeln festlegen kann, ist hier selbstverständlich. Wer zu seinen Abzügen in handlichem Format ein Poster bestellen möchte, muss allerdings häufig einen Umweg über einen zweiten Bestellweg gehen. Im Warenkorb finden sich alle bestellten Bilder wieder. Die Software läuft meistens nur unter Windows. Lediglich dm und Fotokasten bieten eine Variante für Mac OS X an, Rossmann kündigte eine an.
Die Software kommt selten vom Anbieter selbst, sondern von Drittherstellern. Aldi installiert beispielsweise unter anderem den Foto Manager von Magix in einer älteren Version, die Magix-Software hat aber mit dem eigentlichen Bilder-Upload nichts zu tun. Der Aldi-Startbildschirm poppt bei jedem Windows- Start auf. Aus ihm startet man das Magix-Programm, welches zum eigentlichen Upload- Tool verlinkt. Nach der Bildauswahl schließt man die Bestellung auf einer Webseite ab. Man klickt und klickt und hofft dabei, endlich anzukommen. Der dreistufige Vorgang ließe sich deutlich straffen. Die von den Drogeriemärkten dm, Müller und Schlecker verwendete CeWe-Software erfüllt ihren Zweck besser. Auswahl von Fotos und Größen sowie Bestellung und Upload erledigt sie in wenigen Arbeitsschritten und einer konsistenten Oberfläche.
Die von den Ketten Lidl, Plus, Rossmann und Fotokasten verwendete IP-Labs-Software gestaltet den Bestellvorgang ähnlich straff. Lidl bietet seinen Kunden außerdem zur Verwaltung und Bildkorrektur ohne Zusatzkosten eine Vollversion von ACDSee 7 an. Alle CeWe-Derivate ähneln sich abgesehen von den Hersteller- Skins. Unterschiede gibt es bei der Downloadgröße: Die dm- Variante der CeWe-Fotowelt inklusive Fotobuch-Designer fällt mit 95 MByte dreimal so groß aus wie die der anderen beiden Anbieter. Zum Vergleich: Die Programme von 9x13.biz, Bisabi, Fotostadt, Pixelnet und Pixum kommen mit 1 bis 4 MByte aus.
Grundlegende Bearbeitungsfunktionen verändern in den Programmen von CeWe und IP Labs Helligkeit, Kontrast und Gamma oder setzen das Bild als Negativ, in Graustufen oder Sepiatönung an. Die Korrekturfunktionen lassen sich allerdings nicht selektiv anwenden und zerstören daher Farbwerte in Zonen, die nicht bearbeitet werden müssen. Die Farbfilter bieten außer An und Aus keine Einstellungen. Derlei Funktionen führen nur mit Glück zu guten Ergebnissen. Sinnvoll ist die Beschnittfunktion der Programme von IP Labs und Fotostadt. Die Rote-Augen-Korrektur in beiden Programmen taugt gar nichts. Einzig das Magix-Programm von Aldi korrigiert rotgeblitzte Augen schonend und mit gutem Ergebnis. Foto.com installiert eine weitgehend unbrauchbare Bearbeitungssoftware ohne Bestellfunktion – einen aus der Art geschlagenen Verwandten des Bildbetrachters XnView. Der netdesigner 2006 von Netfoto.cc verzichtet auf überflüssige Bearbeitungsfunktionen und bietet stattdessen einen praktischen Preisrechner an. Pixum Easyprint ähnelt am ehesten dem netdesigner. Die Software beschränkt sich auf das Kerngeschäft: Auswahl, Upload und Bestellung von Fotos.
Jedes Bildbearbeitungsprogramm bietet umfangreichere und komfortablere Werkzeuge als die Tools der Uploader. Wenn man Wert auf gute Bilder legt, sollte man seine Fotos vor dem Belichten ohnehin sorgfältig auswählen und bearbeiten. Die Bestellung lässt sich mit ihnen jedoch durch die Bank komfortabler gestalten als über den Webbrowser.