Endlich ein Hypervisor mehr: Veeam kĂĽnftig mit Red Hat Virtualization
Seite 2: Die Zukunft ist objektbasiert
Anton Gostev von Veeam gab während seines Vortrags einige Ausblicke auf die kommende Version, welche er wörtlich als "Version 12" bezeichnete. Das erste und wichtigste Thema überhaupt sei Object Storage. Auch wenn man bei Object Storage vor allem an Cloud Systeme denke, so gehe es bei den aktuellen Überlegungen vor allem um direkte Backups auf On-Prem-Objektdatenspeicher im eigenen Rechenzentrum, so Gostev. Dies ist spannend und wäre in der Tat eine wesentliche Neuerung, auch für alte Veeam-Hasen, da man bislang Objektdatenspeicher nur indirekt über Auslagerungsprozesse in Backup & Replication befüllen kann.
Gostev gab auch einen Ausblick auf weiteren Schutz vor Angriffen und Schadsoftware. Gespeicherte Zugangsdaten waren hier ein Kernthema. Dies hatte man bereits in Version 11 aufgegriffen, wo erstmals die Möglichkeit von lokalen Immutable-Repositorien auf Linux-Basis geschaffen wurde. Die benötigten Zugangsdaten vom Veeam-Server auf das Linux-Repository waren zur einmal-Benutzung konzipiert.
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Sicherheit wird ausgebaut
In der Zukunft geht es nun an die Gast-Zugangsdaten, welche man für applikationskonsistente Backups benötigt. Diese können nicht gestohlen werden, wenn sie gar nicht erst auf dem Veeam-Server gespeichert waren. Oder noch besser, wenn sie überhaupt nicht benutzt werden, so Gostev. Dies wolle man in der Zukunft mit Managed Service Accounts (MSA) angehen. Die Idee und Technik sind nicht neu, Administratoren kennen sie aus Microsofts Active Directory.
Auch "Day 2 Management" werde in der Zukunft eine stärkere Rolle spielen. So entwickle man aktuell Techniken, welche zukünftig Migrationen von Backup-Datenspeichern erleichtern sollen – etwa von alter auf komplett neue Hardware, Infrastruktur oder Dateisystemen.
Mit bekannten synthetischen Klon-Techniken, die etwa bei den Dateisystemen ReFS oder XFS zum Einsatz kommen können, lässt sich Speicherplatz durch das Erzeugen von synthetischen Backups erheblich einsparen. Dies kann aber auch zum Problem werden, nämlich genau dann, wenn man Backups auf andere Datenspeicher migrieren möchte, da man ja zunächst die Dateien in ihre reale Größe umwandeln müsste. Schließlich haben unterschiedliche Datenspeicher und Dateisysteme auch unterschiedliche Klon-Techniken an Bord, die kaum zueinander kompatibel sind.
Genau hier würden nun neue Ideen und Techniken ansetzen, um solche Probleme zu umgehen, so Gostev. Man darf also gespannt sein, ob und wie der Hersteller möglicherweise eigene Dateisystem-unabhängige Klon-Techniken entwickeln wird. Im Herbst dürfte mehr darüber zu erfahren sein, denn dann könnte eine erste Beta-Version verfügbar sein.
(fo)