Erfahrungswerte: Kamerakonzepte im Vergleich (IV) – Fazit
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Unterschiede auf einen Blick
Die NX5 beweist, dass spiegellose Systemkameras nur geringfügig größer als Bridgekameras ausfallen können, das Zoom der WB5500 liefert jedoch einen etwa achtfach größeren Brennweitenbereich als das Standardzoom der NX5.
- kompaktes, transportfreundliches Gehäuse großer Brennweitenbereich
- oft sehr gute Makro-Fähigkeiten
- moderater Kaufpreis
- starkes Bildrauschen meist bereits ab ISO 800
- ISO-Werte ĂĽber 1.600 nicht vorhanden oder kaum brauchbar
- große Schärfentiefe auch bei maximaler Blendenöffnung
- kleinste Blendenöffnung meist nur f/8 oder f/11
- weniger Einstelloptionen als Bridge- und Systemkameras
- Kontrast-AF (langsamer als Phasen-AF)
- manuelle Fokussierung oft nicht möglich oder unpraktisch
- Motorzoom (langsamer und unpräziser als manuelles Drehzoom)
- kein Okularsucher
- Verwendung von Studioblitzen meist nicht möglich
- relativ kompaktes Gehäuse
- extrem groĂźer Brennweitenbereich
- moderater Kaufpreis
- oft sehr gute Makro-Fähigkeiten
- umfangreiche Einstelloptionen
- manuelle Fokussierung oft unpraktisch
- Verwendung von Studioblitzen oft nicht möglich
- Bildrauschen, ISO-Werte, Schärfentiefe, max. Blendöffnung, Kontrast-AF, Motorzoom: meist gleiche Nachteile wie Kompaktkameras
- hohe Bildqualität auch bei hohen ISO-Werten
- geringe Schärfentiefe bei großer Blendenöffnung (auch für Video)
- meist sehr umfangreiche Einstelloptionen
- Abblenden meist mindestens bis f/16 oder f/22 möglich (je nach Objektiv)
- meist höhere Serienbildgeschwindigkeit als Bridge- und Kompaktkameras
- meist sehr gute Eignung fĂĽr die Verwendung von Studioblitzen
- groĂź und schwer
- gute Makrofähigkeiten meist nur mit spez. Objektiven oder spez. Zubehör
- hoher Kaufpreis, wenn ein Universalzoom groĂźer Brennweite gewĂĽnscht ist
- etwas kompaktere Bauweise als Siegelreflexkameras
- Okularsucher (sofern vorhanden) nur elektronisch
- Kontrast-AF
- derzeit noch geringes Objektivangebot
- derzeit teils noch geringes Zubehörangebot
- Adapter fĂĽr verwandte Systemobjektive (z.B. Sony Alpha an Sony NEX) meist ohne Ăśbertragung von AF und Blendenautomatik
- meist exzellente AF-Leistungen
- optischer Okularsucher
- umfassendes Objektivangebot
- umfassendes Zubehörangebot
- größer und schwerer als spiegellose Systemkameras
- Videoaufnahmen meist mit deutlich schwächeren AF-Leistungen als spiegellose Systemkameras
Einsatzfelder
Die technischen Eigenschaften der verschiedenen Kameratypen lassen klare Grenzlinien erkennen. Es bleibt die Frage nach der Praxisrelevanz in verschiedenen Einsatzszenarien. Oder anders formuliert: FĂĽr welche Einsatzzwecke kommt welcher Kameratyp am ehesten in Frage?
Urlaub, AusflĂĽge, Freizeit allgemein
+ Superzoom-Kompaktkamera
0 Bridgekamera
- Systemkamera
Partys & Feste in geschlossenen Räumen
- Superzoom-Kompaktkamera
- Bridgekamera
+ Systemkamera
Anspruchsvolle Eventfotografie
- Superzoom-Kompaktkamera
0 Bridgekamera
+ Systemkamera
Produktfotos für Online-Verkäufe u.Ä.
0 Superzoom-Kompaktkamera
0 Bridgekamera
+ Systemkamera
Professionelle Produktfotografie
- Superzoom-Kompaktkamera
0 Bridgekamera
+ Systemkamera
Portraits
0 Superzoom-Kompaktkamera
0 Bridgekamera
+ Systemkamera
Anspruchsvolle Portraitfotografie
- Superzoom-Kompaktkamera
0 Bridgekamera
0 Systemkamera mit elektronischem Sucher
+ Systemkamera mit Spiegelreflex-Sucher
Makrofotografie
+ Superzoom-Kompaktkamera
+ Bridgekamera
0 Systemkamera (meist Zubehör notwendig)
Available-Light-Fotografie
- Superzoom-Kompaktkamera
- Bridgekamera
+ Systemkamera
Sportfotografie
- Superzoom-Kompaktkamera
0 Bridgekamera
+ Systemkamera
Studio
- Superzoom-Kompaktkamera
0 Bridgekamera
+ Systemkamera
Blick fĂĽr das Wesentliche
Die für einen bestimmten Zweck optimal geeignete Kamera auszuwählen, geschweige denn sie zu kaufen, kann auch einen langjährigen Verfasser von Kameratests in Entscheidungsnot bringen. Je genauer ich mir die lange Liste wichtiger Technikmerkmale ansehe, umso deutlicher rücken jedoch fünf zentrale Fragen in den Mittelpunkt:
- werden fĂĽr den geplanten Einsatz hohe ISO-Werte gebraucht?
- sind große Brennweiten nötig?
- ist geringe Schärfentiefe wichtig?
- muss besonders schnell fokussiert werden?
- wie sehr könnte mir eine große, schwere Kamera zur Last fallen?
Wer die in dieser Artikelreihe geschilderten technischen Zusammenhänge kennt, kann auf Basis dieser fünf Fragen schnell zu praxistauglichen Entscheidungen gelangen.
Was aber tun, wenn die "richtige" Kamera ausverkauft, gerade in Reparatur, viel zu teuer oder noch gar nicht erfunden ist? Hier hilft vielleicht eine zusätzliche Frage weiter:
- ist tatsächlich eine spezielle Kamera notwendig, damit ich mein Motiv angemessen in Szene setzen kann?