FĂĽnf ist TrĂĽmpf: Die Neuerungen der Creative Suite 5 im Detail

Seite 4: Dreamweaver, Premiere Pro und After Effects

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Adobe hat GoLive-Nutzer zu ihren Erfahrungen befragt und daraus gelernt, dass erste Schritte in Dreamweaver eine komplizierte Angelegenheit sein können. Daher soll es einige Vereinfachungen beim Definieren neuer Seiten geben. Die Software fragt künftig einfach selbst nach, wenn sie etwas braucht, statt zu erwarten, dass man ihr den Tisch deckt. Beim Aufruf der Vorschau einer PHP-Seite schlägt das Programm beispielsweise vor, einen (oder beliebig viele) PHP-Server anzulegen.

DreamWeaver informiert in der CSS-Palette über den Code zum gewählten Objekt und zeigt dynamisch generierte Inhalte an.

Ein neues Dokument lässt sich übrigens bereits in HTML5 definieren. Dreamweaver legt PHP-Seiten inklusive vorgefertigter Elemente wie "Logo", "Link1" und "Link2" an. Es soll außerdem automatisch alle Seiten finden, die zu einer WordPress-Installation gehören. Zur "vollständigen PHP5-Unterstützung" gehören Code-Hinting und Code-Vervollständigung sowie ein Link auf die Dokumentation aus dem Programm heraus.

Die Option "Live View" zeigt erzeugte Seiten an, die bereits auf dem Server liegen. Über den Button "Live Code" blendet Dreamweaver dynamisch den vom CMS erzeugten Quelltext in das Code-Fenster ein. Gelbe Färbung informiert darüber, dass sich der Text in diesem Modus nicht bearbeiten lässt. Fährt man mit der Maus über einen Bereich in der Vorschau, wird der entsprechende Teil des Quelltextes hervorgehoben.

Die CSS-Palette informiert laufend über die Formatierung eines gerade gewählten Objekts, wenn diese in einer korrekt ausgezeichneten CSS-Datei abgelegt sind. Über die Palette lassen sich einzelne Eigenschaften ändern oder deaktivieren. In der CSS-Datei wird der deaktivierte Wert, beispielsweise ein "margin-left", lediglich auskommentiert, bleibt aber erhalten. So können ehemalige Formatoptionen leicht wiederhergestellt werden.

Die Integration mit dem BrowserLab soll verschiedene Browser auf unterschiedlichen Plattformen simulieren. Mehrere Ansichten, beispielsweise Firefox 3.5 und Internet Explorer 8 stellt das BrowserLab zum Vergleich nebeneinander oder ĂĽberlagert sie.

Premiere und After Effects liegen in Version CS5 sowohl für Mac OS X als auch für Windows ausschließlich als 64-Bit-Anwendungen vor. Mit der Creative Suite 5 lassen sich für die in 64 Bit ausgeführten Videoanwendungen maximal 128 GByte Arbeitsspeicher adressieren. Adobes neue Mercury Playback Engine soll GPU-Funktionen nutzen, um Effekte in Echtzeit anzuwenden, statt eine rote Linie anzuzeigen, die den Renderstatus als unvollständig kennzeichnet. Die 32-Bit-Gleitkomma-Effekte hat Adobe für die 64-Bit-Version neu programmiert. Premiere CS5 soll außerdem mehr Videoformate nativ unterstützen als der Vorgänger.

Der Slogan zur Mercury Engine lautet "Never break the playback". Dazu gehört, dass sich Effekte wie weiche Kante, Gaußscher Weichzeichner und Deckkraft in Echtzeit anwenden lassen. Auch zwischen der Wiedergabe in Fenster und Vollbild wechselt die Anwendung ohne Unterbrechung. Der Dynamic Link soll dafür sorgen, dass sich Premiere-Projekte direkt in After Effects bearbeiten und in 1080p in Echtzeit abspielen lassen. Zudem ist die Software offener zu den Schnittprogrammen Apple Final Cut und Avid MediaComposer geworden. Wie bisher nur innerhalb der Creative Suite lassen sich nun auch zu den beiden Konkurrenten Projekte und Zeitleisten austauschen, ohne dass man die Videodaten berechnen lassen muss. Damit man in den Genuss der Mercury-Engine kommt, muss man aber Adobes Hardware-Anforderungen peinlich genau beachten. So unterstützt Adobe derzeit ausschließlich Nvidia-Grafikkarten der Quadro FX-Serie sowie die Geforce GTX 285.

Rotoscoping, also das Maskieren von Videosequenzen, sollen Premiere und After Effects deutlich vereinfachen. Die Technik des Roto Brush stammt vom Schnellauswahlwerkzeug in Photoshop. Ähnlich wie in der Bildbearbeitung genügt es, das Motiv grob zu markieren. Die Software findet einigermaßen sicher deren Ränder. Ungenauigkeiten kann man nachbearbeiten. Automatikbefehle wie "Refine Matte" und "Color Decontamination" verbessern die Maske. Anschließend kann man Bild für Bild durch den Film gehen und muss lediglich die Maske kontrollieren und hier und da verbessern. Zudem wurde der Keyer verbessert und soll nun auch bei weniger exakten Zuspielern mit Schatten im Hintergrund noch eine saubere Kantentrennung hinbekommen.

Adobe hat ansonsten vor allem an vielen Details gefeilt und beispielsweise das Anlegen von Sequenzen vereinfacht, zum Ende der HDV-Ära sogar die automatische Szenentrennung integriert und ermöglicht den Einzelbildexport aus dem Vorschaufenster.

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