Helmut Newton: Sex and Landscapes / Us and them
Seite 4: Sex and Landscapes
In "Sex and Landscapes" stellt Helmut Newton großformatigen Landschaftbildern seine charakteristischen Aktbilder gegenüber. Der Schwerpunkt von "Sex and Landscapes" liegt naturgemäß weniger auf den Landschaften, sie bilden aber die perfekten Gegengewichte zu der obsessiv inszenierten Sexualität der anderen Bilder. Zu der verträumten Ästhetik andere Aktfotografen seiner Zeit, als Beispiel seit hier der mit Weichzeichneraufnahmen bekannt gewordene David Hamilton genannt, hatte Newton keinen Bezug. Er fotografierte wie er sprach: Direkt, schnörkellos und ohne auf eventuelle Empfindlichkeiten seines Publikums oder seiner Auftraggeber allzu viel Rücksicht zu nehmen. Geschadet hat es ihm letzten Endes nicht. Die Kritik, die ihm faschistische, rassistische und selbstredend auch sexistische Tendenzen vorwarf, perlte stets folgenlos ab.
Helmut Newton: Sex and Landscapes (7 Bilder)

Landschaft vs. Sex
(Bild: Sascha Steinhoff)
Bei Newton gibt es das pralle Leben auf dreckigem analogem Korn. Das hohe Alter der meisten Fotos ist ihrer Aktualität in keiner Weise abträglich. Gerade wenn man sich an der glatt gebügelten digitalen Perfektion aktueller Fotos satt gesehen hat, lohnt sich ein Abstecher nach Berlin.
(sts)