Know-how Farben (Teil 6): Der Aufbau von Profilen
Seite 5: Druckerprofile
Für den Ausdruck selbst sind, analog zum Monitor, nur Tabellen für die Richtung PCS -> Gerätefarbraum (B2A) notwendig. Druckerprofile enthalten aber sogar zwingend (vom ICC vorgeschrieben) sechs Tabellen, für jede der drei Umrechnungsmethoden je eine für die Hin- und eine für die Rückübersetzung in/aus dem PCS. Dafür gibt es zwei Gründe:
In einem früher sehr verbreiteten Workflow hat man auszudruckende Bilder schon im Bildbearbeitungs- oder Layoutprogramm in den Druckerfarbraum (meist ein CMYK-Farbraum) konvertiert, teilweise wurde dieser Druckerfarbraum sogar in Photoshop als Arbeitsfarbraum gewählt. Ohne Rückübersetzungstabellen (A2B) könnten diese Bilder noch nicht einmal auf dem Monitor farbrichtig angezeigt werden. Geht das Original verloren, wären die Bilder im Druckerfarbraum gefangen, sie ließen sich nicht in einen anderen Farbraum, etwa für den Ausdruck auf einem anderen Drucker, übersetzen.
Der zweite Grund ist das sogenannte Proofing. Es bezeichnet die probeweise Ausgabe des Bildes auf einem anderen Drucker (Hardproofing) oder auf dem Monitor (Softproofing), um die Farbwiedergabe des Zieldruckers beurteilen zu können. Dazu muss das Bild zuerst in den Druckerfarbraum, anschließend gleich wieder in den Monitorfarbraum oder den des Proof-Druckers konvertiert werden, jeweils über den Verbindungsfarbraum (PCS). Ein Softproof ist quasi ein Screenshot des Bildes im Druckerfarbraum.
Beim Softproof werden die Farben erst in den Druckerfarbraum und anschließend in den Monitorfarbraum umgerechnet. Dies ermöglicht eine Vorschau des Druckergebnisses (mittlerer Farbkeil). Photoshop und andere Programme erlauben zudem die Markierung der auf dem Drucker nicht unverändert darstellbaren Farben (unten).
(Bild:Â Ralph Altmann)
Früher verstand man unter einem Druckerprofil stets ein CMYK-Profil mit vier Farbkanälen (Cyan, Magenta, Yellow, Black). Das hat sich grundlegend geändert, weshalb wir diese Profile hier auch nur am Rande erwähnen. Wer als Fotograf Einzelbilder ausbelichten oder auf einem guten Tintenstrahldrucker ausdrucken lässt, kommt – wenn überhaupt – nur mit RGB-Druckerprofilen in Berührung. Die Ausbelichtung auf Fotopapier geschieht sowieso mit RGB-Licht, und Tintenstrahldrucker haben oft sehr viel mehr als vier Farben, ihr Druckerprofil dementsprechend mehr als vier Kanäle. Dieses Profil steckt im Druckertreiber oder RIP, von außen werden diese Drucker mit RGB-Daten gefüttert.