Mit Köpfchen: Tintendrucker-Technik
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DĂĽnne Tinten
Ein schon seit längerem praktizierter Trick für eine bessere Wiedergabe heller Farbtöne ist der Einsatz spezieller Fototinten. Dabei handelt es sich um Magenta und Cyan mit einer etwa um den Faktor sechs verringerten Deckkraft. Anstelle eines prägnanten Einzelpunktes kann der Treiber nun sechs Tröpfchen der schwach deckenden Light-Tinte setzen, was zu ansehnlicheren Hauttönen und harmonischeren Farbverläufen führt. Den höheren Tintenverbrauch nimmt der Druckerhersteller dabei gern in Kauf; die Fototinten verbrauchen sich nach unseren Erfahrungen im Fotodruck etwa fünf Mal so schnell wie die normalen, kosten aber das Gleiche.
HP, Epson und neuerdings auch Canon (mit dem Pixma Pro 9500) setzen bei einigen Fotodruckern Grautinten ein. Auch hiervon profitieren vor allem helle Bildpartien. Den größten Effekt sieht man allerdings beim Graustufendruck. Ein gewöhnlicher Vierfarbdrucker muss Schwarzweißbilder entweder grob mit Schwarz rastern oder aus Buntfarben zusammensetzen. Letzteres kann Farbstiche oder „Ölschimmer“ erzeugen und dazu führen, dass das Bild unter wechselnder Beleuchtung unterschiedlich wirkt (Metamerie). Dieser Effekt tritt bei Verwendung von Grautinten nicht auf.
Andere Sondertinten sollen den druckbaren Farbraum erweitern. So setzt Canon bei seinen Flaggschiffen Rot und Grün ein, HP greift zu Blau, Epson zu Blau und Rot. Das ermöglicht eine kräftigere Wiedergabe der jeweiligen Sonderfarben, als sie durch Mischen aus Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz zu erzielen wäre, bringt aber bei den schwierigen Hauttönen keine Verbesserungen.