Montag: Tesla-Roadster mit Asteroid verwechselt, Betrug bei Deutschlandtickets
SpaceX-Testlast kein Asteroid + Online-Betrug beim Fahrkartenkauf + TikTok-Verhandlungen mit US-Konzernen + Meilenstein bei Photovoltaik + Linux mit Code-Rekord

(Bild: SpaceX/Flickr)
Ein vermeintlicher Asteroid entpuppte sich als Tesla-Modell, das als PR-Stunt durchs All fliegt. Solche Verwechslungen werden zunehmend zum Problem. Denn etwaige Untersuchungen kosten Zeit und Geld, und ein Register von Menschen im Weltraum hinterlassender Objekte außerhalb der erdnahen Umlaufbahnen gibt es nicht. Hierzulande ist das Deutschlandticket für den öffentlichen Personennahverkehr trotz des Preisanstiegs stark gefragt. Doch auch der Missbrauch durch Online-Buchungen mit Lastschriftmandat steigt. Schätzungen zufolge hat die Zahl der Betrugsversuche mit der Pauschalpreisfahrkarte eine Million erreicht. In den USA verhandelt das Weiße Haus laut einem Medienbericht über eine TikTok-Übernahme durch Oracle und weitere Investoren. Dazu gehört auch Microsoft. Es ist allerdings offen, welche Rolle der Windows-Konzern dabei spielt und ob TikTok-Betreiber ByteDance den US-Konzernen beim Kaufpreis entgegen kommt – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
Diese Verwechslung hätte folgenschwer werden können: Was ein Hobbyastronom als Asteroid meldete und vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics (CfA) in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts auch zunächst als solcher eingestuft wurde, stellte sich als etwas ganz anderes heraus. Es entpuppte sich als der 2018 von Elon Musk ins All geschossene Tesla Roadster. Auch andere Objekte wurden bereits fälschlicherweise für Asteroiden gehalten. Ein Experte vom CfA sieht in diesen Vorfällen ein größeres Problem. Denn es fehlt ein Überblick über Raumfahrzeuge, die Staaten und Privatunternehmen im Weltraum jenseits der niedrigeren Erdumlaufbahnen betreiben. Teslas Weltraum-Roadster geht als Asteroid durch: riskante Verwechslung.
Seit Anfang 2025 kostet das Deutschlandticket 58 statt 49 Euro. Der Popularität der Pauschalpreisfahrkarte für den öffentlichen Personennahverkehr hat dies aber offenbar bislang keinen Abbruch getan. Die Zahl der verkauften Flatrate-Tickets stieg seit der Einführung im Mai 2023 von 9 auf inzwischen knapp 14 Millionen. Doch die Offerte ist nicht nur bei zahlenden Kunden beliebt. Die Menge der Betrugsversuche hat laut dem Rhein-Main-Verkehrsverbund bedenkliche Ausmaße angenommen. Demnach sind rund eine Million gefälschte oder nicht bezahlte Deutschlandtickets im Umlauf. Es gebe einen systematischen, digitalisierten Missbrauch: Verkehrsverbünde klagen über Betrug bei Deutschlandticket.
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Knapp eine Woche, nachdem das TikTok-Verbot in den USA wieder aufgehoben wurde, steht nun eine mögliche Übernahme durch Oracle und weitere US-Investoren, darunter Microsoft, im Raum. Der chinesische Konzern ByteDance, dem die Social-Media-Plattform aktuell noch gehört, soll demnach weiterhin zwar eine kleine Beteiligung an TikTok halten dürfen. Ansonsten soll die ByteDance-Tochter TikTok, inklusive des Algorithmus, der gesammelten Daten und der Zuständigkeit für Software-Updates, in den Besitz eines Konsortiums bestehend aus Oracle und anderen US-Unternehmen übergehen. Bei den Gesprächen ist offenbar das jetzt wieder von Donald Trump geleitete Weiße Haus federführend: Weißes Haus verhandelt TikTok-Deal, Oracle und Microsoft involviert.
In den vergangenen Tagen unkten einige Quellen, die Marke sei überschritten, aber erst am Samstag, den 25. Januar 2025, ist es tatsächlich so weit: Das Marktstammdatenregister (MaStR) verzeichnet seitdem offiziell 100 Gigawatt installierter Photovoltaik-Stromerzeuger – 100.013.794 Kilowatt Peak weist das Register seit heute aus. Die Stromerzeugung wird stetig "grüner" und nachhaltiger. Der Anteil an Balkonkraftwerken an der Photovoltaik liegt noch unter einem Prozent. Am Donnerstag der Woche überschritt die offiziell gemeldete Leistung aller Balkonkraftwerke in Deutschland die Marke von 700 Megawatt, allerdings ohne unregistrierte solare Stromerzeuger: Deutschland erreicht Meilenstein von 100 Gigawatt bei installierter Photovoltaik.
Seit heute umfasst der Quellcode des Linux genannten Kernels erstmals mehr als 40 Millionen Zeilen. Sein Umfang hat sich damit in knapp zehn Jahren mehr als verdoppelt, denn die 20-Millionen-Zeilen-Marke hat er Mitte 2015 durchbrochen. Eine Verlangsamung oder gar ein Ende dieses Wachstums sind nicht in Sicht, denn schon seit einigen Jahren legt Linux mit jeder neuen Version der Hauptentwicklungslinie durchschnittlich vierhunderttausend Codezeilen zu. Manche kritisieren das und postulieren vielfach Ideen, um den Kernel zu schrumpfen. Vielfach bringen diese aber vorwiegend theoretische Vorteile oder entpuppen sich bei näherem Hinsehen sogar als kontraproduktiv: Linux durchbricht 40-Millionen-Zeilen-Marke.
Auch noch wichtig:
- 24 Stunden weitgehender Stillstand: Der öffentliche Nahverkehr in der Hauptstadt ist am Montag sehr eingeschränkt unterwegs. Immerhin fahren die S-Bahnen: Berliner BVG am Montag im Warnstreik.
- Der schnellste Prozessor für PC-Spiele ist endlich wieder breit lieferbar und hat keine Fantasiepreise mehr. Wohl aber sein Vorgänger: Ryzen 7 9800X3D besser verfügbar, aber weiterhin zu teuer.
- Ende für viele beschreibbare digitale Medien – Sony gibt bald die Produktion zahlreicher Formate auf, die manche Profis noch nutzen: Aus für BD-R, MiniDiscs und MiniDV von Sony.
- Elon Musk gab 44 Milliarden Dollar für Twitter aus. Er gewann politisch an Einfluss, wirtschaftlich lassen die Erfolge aber offenbar bis heute auf sich warten, so ein Medienbericht: Musk zeigt sich in Mail an Mitarbeiter unzufrieden mit X-Geschäft.
- Mögliche Wahlbeeinflussung treiben Politik und Behörden kurz vor der Bundestagswahl besonders um. Das lässt mangelndes Vertrauen in die Bevölkerung erahnen, heißt es beim Missing Link: Angst vor der großen Beeinflussung.
- Weniger Eigenproduktionen, dafür Sportübertragungen – Bei Prime zeichnet sich laut einem US-Bericht ein Strategiewechsel ab: Amazon Prime will mehr Live-Sport, weniger Filme und Serien.
- Google muss als Betreiber von Google Ads von Dritten geschaltete Anzeigen überprüfen, um unzulässige, gemeldete Phishing-Versuche auch künftig zu unterbinden, so ein Urteil: Google haftet bei betrügerischen Anzeigen als Störer nach dem DSA.
- Der Chaos Computer Club fordert vom Vertrauensdiensteanbieter D-Trust Verantwortung zu tragen und die Abschaffung des Hackerparagraphen: Nach SicherheitslĂĽcke bei D-Trust spricht CCC von "Cyber-Augenwischerei".
- Canon setzt einen Auflösungsrekord für 35-Millimeter-Sensoren, aber wohl nicht für Systemkameras, und Leica vertreibt teure Fanartikel für ein Jubiläum. Das sind die Fotonews der Woche 4/2025: 410-Megapixel-Sensor und 600-Euro-Teddybär.
- Das Exploit Prediction Scoring System bewertet mit Maschine Learning, mit welcher Wahrscheinlichkeit Angreifer eine Schwachstelle ausnutzen können, schreibt Secure Coding: Risiken einschätzen mit dem Exploit Prediction Scoring System.
(fds)