Prusa Slicer in Version 2.3: Viele nützliche Neuerungen für Maker
Aufmal-Nähte
Bei jeder neuen Schicht, die gedruckt wird, muss (außer im Spiral-Vase-Mode) die Extrusion kurz unterbrochen werden, um Klumpen und Fäden zu vermeiden. Selbst wenn man diesen Vorgang fein einstellt, ergeben sich Lücken oder Nähte in den Außenperimetern. Dies ist technisch nicht zu verhindern.
Es gab schon längere Zeit die Möglichkeit diese "Naht" in den Einstellungen zu beeinflussen: Man konnte die Ansatzpunkte verteilen, in einer kontinuierlichen Naht sammeln oder sie verstecken (auf die Rückseite des Drucks verschieben). Mit der neuen Funktion ist es nun aber möglich, genau und für jede Höhe des Objekts zu bestimmen, wo die Ansatzpunkte liegen sollen. Dies ermöglicht dann die Nähte nach künstlerischen oder technischen Aspekten (Stabilität, Einbaulage des Teils, Passung) anzuordnen.
Wir haben doch keine Zeit!
3D-Drucke können – je nach Objekt – sehr lange dauern und viel Material verbrauchen, deshalb sollte man bestrebt sein, die Druckzeit und den Materialverbrauch zu optimieren. Eine sehr gute Hilfe in Prusa Slicer 2.3 ist die neue detaillierte Analyse der Druckzeit pro Feature, sozusagen ein Profiler für 3D-Drucke. Diese Anzeige erscheint jeweils nach dem Slicing des Modells.
Dort erkennt man dann, dass z.B. der Infill einen sehr großen Teil der Zeit beansprucht und kann daraufhin ein anderes, schnelleres oder weniger dichtes Füllmuster auswählen. In solch einem Fall kann man auch sehr gut mit dem neuen adaptiven kubischen Füllmuster sparen. Dies verringert automatisch die Dichte der Füllung im Inneren des Objekts und spart somit sowohl Druckzeit, als auch Material.
Möchte man viele Objekte gleichzeitig drucken, so wurde die Funktion automatisches Anordnen mit anpassbarem Abstand und einer Option zum automatischen Rotieren der Teile erweitert. Dies sorgt nicht nur dafür, dass man mehr Teile auf das Druckbett bekommt (ohne lange Puzzeln zu müssen), sondern sorgt auch für weniger Leerfahrten des Druckkopfes, weil die Teile näher zusammenliegen. Auch diesem Zeitkiller kann man mittels des oben beschriebenen Profilers auf die Spur kommen.
Noch ein Zeitsparer und Qualitätsbringer: Die Funktion Kreuzen der Kontur vermeiden ist schneller und genauer geworden, dies vermeidet Fäden und die Beschädigung von Perimetern in komplexen Objekten.
Nicht nur Druckzeit kann man mit der neuen Version sparen, auch unsere Arbeits- und Lebenszeit: In der mittlerweile riesigen Optionsfülle von Prusa Slicer verliert man auch als erfahrene Anwenderin schnell mal die Übersicht und sucht dann lange nach einer Option. Jetzt kann mit der Suchfunktion Strg-F nach Optionen gesucht werden. Man wird direkt zur passenden Stelle in den Optionen geleitet und mit einem blinkenden Pfeil an der entsprechenden Stelle aufmerksam gemacht.
Die Option physikalische Druckerprofile ist ebenfalls neu, was Makerspaces und sonstige Anwender mit vielen Druckern freuen wird. Die Adresse und Einstellungen von Netzwerkdruckern sind nun vom eigentlichen Druckprofil getrennt. Wenn viele Drucker die gleichen Profile benutzen und etwa per Octoprint über das Netz erreichbar sind, spart diese Neuerung viel Zeit und senkt den Wartungsaufwand deutlich.
Mehr Informationen
Ganz ausführlich können Sie sämtliche Änderungen auf Deutsch in Prusas Blog nachlesen, wobei uns die eingedeutschten Begriffe "Aufmalstützen" und "Bügeln" immer noch etwas merkwürdig vorkommen, wenn es um 3D-Drucker geht. Wenn Sie Prusa Slicer in englischer Sprache benutzen, gibt es den Blog-Post von Prusa natürlich auch in dieser und vielen anderen Sprachen. (caw)