Tata will das Luftdruckauto zur Serienreife entwickeln
- Gernot Goppelt
(Bild: Bild: MDI)
Schon 2009 konnte der so genannte AirPod auf dem Genfer Automobilsalon für Erstaunen sorgen: ein kleiner Luftikus, der von Druckluft angetrieben wird. Er schien ernst gemeint, denn schon Anfang 2007 hatte der indische Automobilhersteller Tata Motors ein Lizenzabkommen mit der Firma MDI Technology unterschrieben. Mittlerweile ist das Fahrzeug tatsächlich im Testbetrieb bei Tata unterwegs. Die beiden Unternehmen, so heißt es, wollen die Antriebstechnik nun zur Serienreife entwickeln, um im Laufe der kommenden Jahre ein serienfähiges Produkt anbieten zu können.
Der AirPod ist für den städtischen Betrieb gedacht. Als Antrieb dient ein Motor, der, unter Druck gesetzt von 188 bar, 4 kW Leistung liefert. Diese bescheidene Leistung muss genügen, um dass 220 kg schwere Gefährt samt Insassen voranzutreiben, was den AirPod für geruhsame Transportaufgaben prädestiniert. Dafür spricht auch die auf 45 km/h beschränkte Höchstgeschwindigkeit, das technisch mögliche Maximum liegt bei 70 km/h.
(Bild: Bild: MDI)
Das Tanken von Luft ist auf zwei Arten möglich: Entweder füllt man den 350-bar-Tank per Druckluftstation, oder man überlässt es einem eingebauten Kompressor, der quasi wie ein Elektroauto an die Steckdose angeschlossen wird – das soll allerdings wesentlich länger dauern. Die Reichweite des Gefährts soll immerhin 220 Kilometer betragen. In der derzeit laufenden Phase der Weiterentwicklung wollen die Entwickler noch mehr herausholen. Tanks, die über 800 bar Druck aushalten, gebe es eigentlich schon und damit könnte man die Reichweite deutlich erhöhen.
Die Firma MDI mit Sitz in Luxemburg arbeitet mit Unterstützung von Tata seit 2007 am Luftdruckmotor. Die Funktionsweise ähnelt einem normalen Verbrennungsmotor: Die Druckluft ersetzt dabei auf die Expansionskraft einer Gasverbrennung, sodass keine Abgase entstehen – vielleicht einmal abgesehen von den Überbleibseln von Schmierstoffen. So könnte man das Druckluftauto als Konkurrenz zum Elektroauto betrachten. Wie effizient die Erzeugung und Speicherung von Druckluft im Vergleich ist, führen MDI und Tata allerdings nicht aus. Und beim Verschleiß hat der Druckluftmotor im Prinzip dieselben Nachteile wie der Verbrennungsmotor. (ggo)