Elektroautos: Deutschland will EU-weit einheitliches Bezahlen an Ladestationen
Das Ladenetz wächst in Europa. Noch kann aber nicht überall auf die gleiche Weise bezahlt werden. Das will Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer ändern.

Strom wird einem Mercedes-Benz B-Klasse Electric Drive zugefĂĽhrt.
(Bild: dpa)
Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) will sich für ein europaweit einheitliches Bezahlsystem fürs Stromladen und Wasserstofftanken einsetzen. Scheuer erklärte am Donnerstag angesichts einer virtuellen Konferenz im Rahmen der deutschen Ratspräsidentschaft zur Elektromobilität, allein mit der Elektrifizierung des Verkehrs könnten Millionen Tonnen an CO2 eingespart werden. Zwingende Voraussetzung dafür sei ein gut ausgebautes und grenzüberschreitendes Ladenetz in Europa, das unkompliziertes und schnelles Nachladen garantiere.
"Zwingende Voraussetzung hierfĂĽr ist ein gut ausgebautes und grenzĂĽberschreitendes Ladenetz in Europa, das unkompliziertes und schnelles Nachladen garantiert", sagte Scheuer. "Wir wollen ein europaweit einheitliches Bezahlsystem fĂĽrs Stromladen und Wasserstofftanken."
New Mobility Approach
Ein dichtes Netz an Ladestationen könnte allgemeine Bedenken gegenüber E-Autos angesichts der Reichweite der Batterien lindern. Momentan hapert es aber noch an der Auffindbarkeit, Authentifizierung, Preistransparenz und den Bezahlsystemen. Darüber wird in der Konferenz diskutiert. Die Ergebnisse will das Ministerium an die EU-Kommission zusammenfassen und als Empfehlungen für die anstehende Revision der Richtlinie 2014/94/EU über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe einbringen.
"Deutschland will mit einem New Mobility Approach europaweit Verkehre auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz ausrichten und durch Zukunftsinvestitionen gleichzeitig Wirtschaft, Unternehmen und Arbeitsplätze in der EU zukunftssicher machen", schreibt das Verkehrsministerium.
Zur Situation der Ladeinfrastruktur in Deutschland hat das Bundeskartellamt im Juli eine sogenannte Sektoruntersuchung zu Strukturen und Wettbewerbsbedingungen auf diesem Markt eingeleitet. Dabei will es den Ausbaustand der öffentlichen Ladeinfrastruktur ermitteln und herausfinden, wie Kommunen und weitere Akteure geeignete Standorte planen und bereitstellen. In einer zweiten Phase will das Kartellamt hinterfragen, wie es mit dem Zugang von Mobilitätsdienstleistern und Ladekunden zu den Ladesäulen aussieht. Auch geht es um die Rahmenbedingungen an Bundesautobahnen. (anw)