Druck aus der Wolke

Seite 4: Druck fĂĽr Chrome OS

Inhaltsverzeichnis

Googles Webdienst Cloud Print stellt über einen PC freigegebene Drucker und die Cloud-fähigen ePrint-Modelle von HP für andere Google-Dienste bereit; bislang funktioniert der Druck aber nur aus „Text & Tabellen“.

Mit dem Dienst „Cloud Print“ will Google seinen Nutzern künftig eine universellere Drucklösung anbieten. Der Internet-Konzern hat dazu ein Web-Interface entwickelt, das die für den Dienst freigegebenen Drucker anzeigt und verwaltet. Hier ordnet man anstehende Aufträge von Googles anderen Cloud-Diensten wie GMail, Calendar oder „Text & Tabellen“ einem Gerät zu und erhält Informationen über den Status der Bearbeitung. Für mobile Anwendungen will Google eine Cloud-Print-API bereitstellen.

Noch hat der Dienst die Testphase nicht verlassen: Zum Ausprobieren benötigt man die aktuelle Beta-Version des Google-Browsers Chrome und Windows 7, Vista oder XP; eine Entwicklerversion für Mac OS X und Linux soll folgen. Nach der Installation muss man Cloud Print mit einem vorhandenen Google-Account verbinden und so aktivieren. Die am Windows-PC installierten Drucker stehen anschließend für die Cloud-Dienste zur Verfügung und lassen sich über jedes Smartphone oder Tablet mit Internetzugang und Webbrowser erreichen.

Der Cloud Print Connector installiert bei der Aktivierung eine Chrome-Instanz in den Systemstarts, die als Proxy arbeitet und beim Hochfahren des Rechners die Drucker beim Cloud-Print-Dienst registriert. Wenn ein Druckjob ansteht, reicht der Proxy diesen an den ausgewählten Drucker weiter. Dabei setzt Google das Extensible Messaging and Presence Protocol (XMPP) ein, das dem XML-Standard folgt und vom Instant Messenger Jabber abstammt. Sollte das Drucken unter Windows XP über den Google-Dienst nicht funktionieren, hilft das Installieren des XPS Essential Packs für Microsofts Dokumenten-Format, das es als „XML Paper Specification Essentials Pack“ zum Herunterladen gibt. Es enthält unter anderem einen XPS-Viewer und gehört bei Vista und Windows 7 zum Lieferumfang. Mit der XML Paper Specification konkurriert Microsoft direkt mit dem Portable Document Format (PDF) von Adobe.

Um den „Cloud Print Connector“ im Chrome-Browser zu aktivieren, klickt man in den Optionen auf dem Tab „Details“ auf die Schaltfläche „Bei Google Cloud Print anmelden“.

Noch klappt das Drucken via Internet nur in Ausnahmefällen, doch spielt der Dienst eine große Rolle in der Google-Strategie: Wenn alle Cloud-Print-Funktionen laufen, soll der Dienst die Druckfunktion des Betriebssystems Chrome OS übernehmen, das so gut wie alle üblichen PC-Funktionen in die Cloud auslagert und sich so für preiswerte Endgeräte anbietet.

Abgesehen von „Text & Tabellen“ fehlt bislang allen Google-Diensten die Print-Funktion. In den USA soll es sie bereits für Google Mail geben und sie kann dort Inhalte sowie Anhänge ausdrucken; in der deutschen Variante fehlt die Option aber noch. Auch an Verwaltungsfunktionen wie dem Freigeben von Druckern für andere Nutzer arbeitet Google noch.

Will man von unterwegs auf die am PC zu Hause oder im Büro angeschlossenen Drucker zugreifen, muss man die Geräte ständig laufen lassen. Viele Drucker und Multifunktions-Modelle kommunizieren aber bereits via (W)LAN von sich aus mit dem Internet. Die ePrint-Geräte von HP lassen sich als „Cloud Ready Printer“ bereits direkt von Googles Cloud Print ansprechen. Zur Einrichtung braucht man nur deren Mail-Adresse anzugeben. Die Druckaufträge reicht Google dann an HPs ePrint-Server weiter, der sie auf das mit der Adresse verbundene Gerät sendet. Der PC kann dabei ausgeschaltet bleiben.

Die HP-Drucker sind bislang die einzigen „Cloud Ready Printer“. Google arbeitet mit den Drucker-Herstellern zusammen, deren Modelle um die Kommunikation mit Diensten wie Cloud Print zu erweitern, sodass sie deren Aufträge ohne PC-Hilfe ausdrucken. Je nach Ausstattung könnte dazu ein Firmware-Upgrade reichen. Die Hersteller dürften eine solche Erweiterung begrüßen, schließlich würde dadurch das Druckvolumen und damit auch der Tinten- und Tonerverbrauch steigen, an dem sie kräftig mitverdienen. Der Erfolg von Cloud Print wird im Gegenzug von der Verfügbarkeit von Cloud-Druckern abhängen, da nicht jeder ständig auch seinen PC laufen lassen möchte.