Ein Fräsdurchlauf mit der Mobi-C
Seite 3: Fräse einrichten
Zur Vorbereitung der Mobi-C schiebe ich als Erstes die Kantenfräse mit eingespanntem Fräser so weit in den Frässchuh, dass der Fräser bis zur gewünschten Tiefe schneidet. Dabei hilft mir der selbstgebaute Tiefeneinsteller, den ich über den Fräser stülpe und die Maschine im Frässchuh anhebe, bis das Hilfsmittel an die Unterseite des Schlittens stößt (Bild 12). Ich schließe dann den Schnellverschluss des Frässchuhs und schiebe anschließend die gedruckte Schelle bis zum Anschlag auf den Frässchuh und ziehe auch diese fest. Die Höhe ist so festgelegt, ich kann den Schnellspanner des Schuhs wieder öffnen und die Kantenfräse erst einmal herausnehmen.
Den Schaumstoff für die Werkzeugeinlage klebe ich mit doppelseitigem Klebeband auf eine Schneidmatte, stelle dann den Mobi-C-Rahmen darüber und justiere die Einstellschrauben für die Rahmenhöhe so, dass der Frässchlitten den Schaumstoff auf der Oberfläche knapp berührt (Bild 13). Die Ausrichtung des Rahmens habe ich so gewählt, dass der Frässchlitten sich vom gewählten Referenzpunkt über die gesamte erste Tasche frei bewegen kann, ohne am Rahmen anzuschlagen. Die Schrauben für die Höhenjustierung sichere ich mit der M8-Mutter gegen die Rahmenoberseite, so halten sie den Rahmen sehr stabil in Position. Ich schiebe dann den Frässchlitten auf den Referenzpunkt, dies kann ohne Kantenfräse sehr leicht gemacht werden (Bild 14).
Maschinensteuerung
Für die Steuerung der Mobi-C nutze das Programm Universal G-Code Sender (UGS). Es kommuniziert mit dem Arduino mit installierter GRBL-Firmware und überträgt die G-Codes Schritt für Schritt über die USB-Schnittstelle. Bei Programmperformance und Stabilität gibt es sicher noch Verbesserungspotenzial, aber das Programm erfüllt meinen Zweck. Zukünftig werde ich noch als Alternative das Programm bCNC evaluieren, es bietet noch einige interessante zusätzliche Funktionen.
Das UGS-Plug-in „Workflow Helper“ erlaubt es, mehrere G-Code-Files zu laden und diese dann nacheinander abzuarbeiten (Bild 15). Zunächst stelle ich den Emergency-Off-Schalter auf aus (geöffnet), dies aktiviert bereits die Schrittmotoren, die sich dann nicht mehr frei bewegen lassen. Anschließend klicke ich Connect, um die Verbindung zwischen UGS und dem Arduino aufzubauen. UGS zeigt die aktuelle Position über das Plug-in „Controller State“ an. Jedes Mal, wenn der Emergency-Off-Switch aktiviert und wieder de-aktiviert wird, wird die Position für alle drei Achsen auf Null zurückgesetzt. Dies ist praktisch, um den Werkzeugschlitten manuell in den Nullpunkt zu schieben.
Ich aktiviere also den Emergency-Schalter, stelle sicher, dass der Schlitten auf dem Nullpunkt steht, den ich in Estlcam geplant habe, und de-aktiviere den Schalter wieder. Der Werkzeugschlitten ist dann in der Startposition und die Positionsanzeige auf x=0 und y=0.
Jetzt starte ich das Fräsprogramm über den Play-Button. Mit noch nicht eingelegter Fräse drücke ich den Taster und lasse den Werkzeugschlitten in die Startposition fahren. Anschließend leuchtet die grüne LED auf, der Fräsvorgang kann beginnen (Bild 16).
Ich führe die Kantenfräse in den Frässchuh ein, schalte sie ein und schiebe sie dann bis zum Anschlag, der durch die Schelle begrenzt wird. Im Anschluss schließe ich den Schnellspanner des Frässchuhs und drücke den Taster, um den Fräsvorgang zu beginnen.
An dieser Stelle noch eine Bemerkung zum Frässchuh: Es ist nicht wirklich praktisch, den Schnellspanner immer komplett zu öffnen und zu schließen, zudem ist das kleine Zahnrad am Verschluss eher hinderlich. Ich habe letzteres entfernt und die Vorspannung des Schnellspanners so geändert, dass man in der komplett geöffneten Stellung die Fräse gerade so einführen kann und zum Fixieren den Spanner nur ein paar Grad schließen muss (Bild 17).
Nach Fertigstellung der ersten Tasche wähle ich das nächste Programm aus, die Tasche für den Dosenöffner. Der Nullpunkt muss neu gesetzt werden, er befindet sich an der oberen linken Ecke, so habe ich es in Estlcam definiert. Auch der Rahmen muss leicht versetzt werden, um dem Frässchuh genügend Bewegungsspielraum für die neue Tasche zu geben (Bild 18).
Nach der Fertigstellung dieser Tasche nehme ich die Mobi-C weg und lege die Geflügelschere zur Markierung des letzten Referenzpunkts auf das Werkstück (Bild 19). Das gleiche Vorgehen ist auch relevant, wenn man zusätzliche Werkzeuge in eine bestehende Werkzeugeinlage integrieren möchte. In meinem Beispiel habe ich den Punkt etwas zu weit links markiert, die Frästasche der Geflügelschere hat die des Dosenöffners berührt, aber das stört nicht weiter (Bilder 20 und 21).
Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden. Je nach Anwendung der Mobi-C ist es sicher sinnvoll, deren Arbeitsbereich zu vergrößern, dafür müssen nur entsprechend längere Aluprofile und Rundstähle gewählt werden. Mir persönlich ging es aber in erster Linie darum, die Mobi-C leicht transportieren zu können, dafür ist die Größe ideal. Lasst mich über die Redaktion wissen, ob ihr die Mobi-C auch praktisch findet und schreibt in die Kommentare zum Artikel eure Fragen, sollte es noch Unklarheiten geben.
Viel SpaĂź beim Nachbauen und Erweitern!
- Den vollständigen Artikel mit der Bauanleitung zur Mobi-C steht in der Make-Ausgabe 3/24 ab Seite 26.
(pek)