Kinder- und Jugendschutz mit iPhones und iPads einrichten

Seite 2: Apps blockieren

Inhaltsverzeichnis

Anders als mit Googles Family Link kann man mit "Bildschirmzeit" leider kein tägliches Nutzungslimit fürs gesamte Gerät festlegen. Über "Auszeit" blockieren Sie das Gerät in einer festgelegten Tageszeitspanne, die Sie entweder pauschal oder für jeden Wochentag separat wählen. So können Sie ihrem Kind etwa am Wochenende einige Stunden mehr gönnen. Achten Sie darauf, diese mit dem Schieberegler "Zur Auszeit blockieren" auch zu aktivieren. Das Gerät des Kindes zeigt fünf Minuten vor der Blockade eine Warnung und gibt die Möglichkeit, mehr Zeit bei den Eltern zu erfragen.

Unter "Immer erlauben..." im Bildschirmzeit-Menü bestimmen Sie Ausnahmen, die auch bei blockiertem iPhone oder iPad funktionieren. Voreingestellt sind beispielsweise das Telefon und die Nachrichten-App. Über "Erlaubte Kontakte" können Sie festlegen, dass das Kind nur bestimmte Personen anrufen oder anschreiben darf, wenn das Handy blockiert ist – beispielsweise die Familiengruppe.

Besonders gefürchtet unter den Kids sind naturgemäß die Nutzungsbeschränkungen für einzelne Apps, die Sie unter "App-Limits" konfigurieren. Tippen Sie auf "Limit hinzufügen", zeigt iOS eine lange Kategorien-Liste. Darin sortiert das Betriebssystem alle installierten Apps in Gruppen wie "Soziale Netze", "Spiele" und "Unterhaltung" vor. Bei einem großen App-Zoo kann es nerven, einzelne Apps zu finden, weil die Sortierung nicht immer logisch erscheint. Leider lassen sich weder eigene Reiter erstellen noch Apps umgruppieren.

Was Kids ungern sehen: 20 Minuten Snapchat pro Tag – das muss reichen!

Das wäre überaus nützlich, denn tägliche Limits dürfen Sie nicht nur für einzelne Apps, sondern auch pauschal für Kategorien oder gar für alle Apps gemeinsam aussprechen. Limits gelten dann nicht mehr für jede App, sondern für die Summe der Nutzungszeit über die Kategorie hinweg. Als Raster dient die Tageszeit von 0 bis 24 Uhr, nicht etwa ein davon unabhängiger 24-Stunden-Zyklus – ein kleiner, aber fürs Kind sicher wichtiger Unterschied. Was ebenfalls Frustpotenzial birgt: Der Zähler läuft nicht nur, wenn die App auf dem Screen läuft, sondern auch, wenn sie in den Hintergrund geschoben statt explizit geschlossen wurde.

App-Limits stellen Sie in einer Spanne von einer Minute bis 24 Stunden minutengenau ein. Außerdem können Sie für jeden Wochentag eigene Grenzen definieren. Beispielsweise soll das Kind an Schultagen höchstens 30 Minuten täglich YouTube glotzen, Samstag und Sonntag erlauben Sie eine Stunde.

Apropos YouTube: An diesem Beispiel zeigen sich die Schwächen von Apples Schutz sehr deutlich. Sie können die App einschränken oder blocken, doch das heißt nicht, dass Ihr Kind nicht an Videos kommt. Safari etwa zeigt weiterhin in Website eingebettete YouTube-Videos an – App-Sperre hin oder her. Eine Blockade sollte Sie also nicht in falscher Gewissheit wiegen. Beobachten Sie aufmerksam, wie Ihr Kind das Smartphone oder Tablet nutzt und justieren Sie gegebenenfalls nach – im Beispiel mit einem Limit für den Webbrowser.

Für viele Apps gibt es kinderfreundliche Alternativen desselben Herstellers. Google etwa hält YouTube Kids im App Store bereits, Spotify liefert das sehr bunte Spotify Kids. Natürlich lockt man damit keinen 16-Jährigen hinter dem Ofen hervor, aber die Kleinen wird der vergleichsweise gefahrlose Spaß erfreuen.