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Seite 4: Outlook 2007 und öffentliche Ordner

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Parallel zur Einführung von Exchange Server 2007 gibt Microsoft auch Office 2007 frei. Es enthält einige neue Funktionen für das Zusammenspiel mit Exchange Server 2007; zum Beispiel die Möglichkeit, unterschiedliche Abwesenheitsassistenten für interne und externe E-Mails zu erzeugen. Ältere Exchange-Versionen begrenzten Anzahl von Regeln (typischerweise 40-50 Regeln). Dieses 32-KByte-Regellimit wurde mit Exchange Server 2007 auf 64 KByte erhöht und kann bis auf 256 KByte erweitert werden, wenn die Performance der Exchange-Server es hergibt.

Exchange Server 2007 stellt in Verbindung mit Outlook 2007 einen als Autodiscover bezeichneten Prozess zur Verfügung, mit dessen Hilfe die Erstkonfiguration von Outlook-Profilen automatisiert werden kann. Outlook ermittelt einen Autodiscover-Service auf einem Exchange-Server mit der Client-Access-Server-Rolle. Der verwendet die Konfigurations-Informationen aus einem Active Directory um ein Konfigurations-Template für Outlook zu erstellen. Es enthält Informationen über das Active Directory und die Exchange-2007-Organisation.

Exchange Server 2007 ist das erste Mailsystem von Microsoft, das ohne öffentliche Ordner auskommt. In älteren Versionen waren diese unter anderem zum Datenaustausch mit den Clients erforderlich. So verwendete Exchange Server 2003 Systemordner (versteckte öffentliche Ordner), um zum Beispiel die Frei/Belegt Informationen (Free/Busy) bei Besprechungsanfragen in Outlook 2003 zu speichern oder das Offline-Adressbuch für Outlook-Clients zur Verfügung zu stellen. Im Zusammenspiel mit Outlook 2007 nutzt der neue Exchange Server dafür Web-Services.

Um mit älteren Versionen kompatibel zu bleiben und eingespielte Arbeitsabläufe nicht zu hintertreiben kann aber auch Exchange Server 2007 noch öffentliche Ordner bereitstellen. Öffentliche Ordner werden jedoch laut Aussage von Microsoft bis zum Jahr 2016 unterstützt. Microsoft empfiehlt, im Laufe der Zeit die öffentlichen Ordner in Exchange aufzulösen und den Inhalt in Microsoft Sharepoint zu veröffentlichen, das wesentlich mehr Funktionen bietet.

Die Firma Quest bietet schon ein Programm zur Migration von öffentlichen Ordnern auf Sharepoint an. Es ist jedoch zu erwarten, dass Microsoft eigene Lösungen anbieten wird. Es besteht also noch kein Grund zur Hektik, jedoch sollten sich Administratoren schon jetzt darüber Gedanken machen, wie sie öffentliche Ordner in zukünftigen Exchange-Versionen auf eine neue Plattform bringen. Bisher gibt Microsoft noch keine Empfehlungen für eine Migrationsstrategie.