Rich Internet Applications fĂĽr den Desktop mit AIR

Seite 2: Desktop-Entwicklung

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Die Grundidee ist einfach: RIAs sind im Trend und werden zunehmend in verschiedenen Umgebungen akzeptiert – vom Surfer im Web bis hin zum Business-Nutzer in Intranet-Umgebungen. Schließlich bieten sie anders als statische HTML-Seiten den vom Desktop gewohnten Komfort. Während in den letzten Jahren verschiedene Techniken entstanden sind, um Webanwendungen mit einer ergonomischen Benutzerschnittstelle zu versehen (Web 2.0), geht Adobe mit AIR jetzt den umgekehrten Weg. Nicht für jede mit Javascript oder Flex entwickelte Anwendung ist es sinnvoll, in einer Browser-Umgebung mit all ihren Eigenheiten zu laufen.

Einer der offensichtlichen Stolpersteine ist die Behandlung der Navigations-Buttons des Browsers. Als Beispiel sei das Löschen einer E-Mail in einem webbasierten Mail-Client angeführt. In diesem Kontext soll ein Klick auf den Zurück-Button des Browsers sicherlich nicht das Löschen der E-Mail rückgängig machen. Aber was erwartet ein durchschnittlich begabter Benutzer an dieser Stelle? Im besten Fall landet er in seiner Inbox oder in dem Folder, in dem er vor dem Löschen gearbeitet hat. In der Vielzahl der Fälle initiiert der Zurück-Button allerdings nur den Rücksprung zur letzten Seite in der Browser-History (hier vielleicht des Bestätigungsformulars zum Löschen der E-Mail).

Es finden sich leicht weitere Beispiele, die ersichtlich machen, dass grundlegende Konzepte von Webbrowsern nicht unbedingt mit den Kontexten vieler Applikationen harmonieren. Letztlich verwundert das nicht, waren Webbrowser doch ursprĂĽnglich fĂĽr nichts anderes konzipiert, als miteinander verlinkte Dokumente darzustellen. Der Schritt weg vom Browser und hin zu einer Applikationsumgebung fĂĽr Rich-Internet-Anwendungen scheint also nahe liegend zu sein.

Adobes AIR ist bei weitem nicht die einzige Plattform, die versucht, sich in diesem Marktsegment zu etablieren. Bekannte Wettbewerber hinsichtlich des Deployments auf den Desktop sind im weitesten Sinne beispielsweise Java Web Start oder .Net Click Once. Einer der Hauptunterschiede zwischen AIR und den Mitbewerbern ist jedoch, dass das .swf-Format nur eine von verschiedenen Möglichkeiten darstellt, AIR-Applikationen zu entwickeln und zu installieren. AIR unterstützt HTML, Javascript und Ajax, wohingegen Web Start beziehungsweise Click Once jeweils nur einen vereinfachten Deployment- und Installationsmechanismus für die jeweilige Sprache respektive Plattform bieten. Bedenkt man weiterhin die große Reichweite der Flash-Plattform und den hohe Verbreitungsgrad des Flash Player, sprechen allein diese Argumente für einen Erfolg von AIR.

Weitere Aspekte heutiger RIAs sind ihre relativ starke Kapselung in den Browser sowie ihre buchstäbliche Entfernung vom Desktop. So ist es in der Regel nicht möglich, eine Datei via Drag & Drop in eine Webanwendung zu ziehen, analog kann die Webanwendung im Browser (aus gutem Grund) meist nicht auf das Dateisystem des Rechners ihres Benutzers zugreifen.