Security-Checkliste 2026, Teil 2: Heimarbeit, Windows, Smartphone und Router
Seite 3: Smartphones
(Bild:Â Jessica Nachtigall / KI / heise medien)
Android-Smartphones und iPhones beherbergen allerlei wichtige Daten, die nur Sie etwas angehen. Mit ein paar Handgriffen schützen Sie Ihre mobilen Begleiter vor Malware und neugierigen Mitmenschen. Die meisten Tipps gelten auch für Tablets und weitere Mobilgeräte.
Betriebssystem-Updates
Ganz gleich, ob Sie Android oder iOS nutzen: Achten Sie darauf, dass ein möglichst aktuelles Betriebssystem auf dem Gerät installiert ist. Betriebssystemupdates schließen meist Sicherheitslücken. Apple versorgt seine iPhones vorbildlich mit Updates: Das aktuelle iOS 26 läuft noch auf dem iPhone 11 und SE 2 von 2019 beziehungsweise 2020.
Bei Android ist die Lage durchwachsen: Insbesondere bei preiswerten Smartphones versiegt der Update-Fluss oft nach kurzer Zeit. Google Pixel, Samsung-Flaggschiffe und Xiaomi-15-Modelle erhalten inzwischen aber sechs bis sieben Jahre Updates.
Ob es ein Update gibt, können Sie in den Einstellungen überprüfen. Suchen Sie dort einfach nach „Update“ oder „Softwareaktualisierung“. Dort können Sie auch die Installation anstoßen. Android-Nutzer erfahren in den Einstellungen auch das von der Android-Version unabhängige Sicherheitspatch-Level, das besagt, von welchem Datum die installierten Sicherheitspatches sind. Falls Sie ein Smartphone einsetzen, um das sich der Hersteller nicht mehr kümmert, sollten Sie mittelfristig über eine Neuanschaffung nachdenken.
Zugriffsschutz aktivieren
Stellen Sie sicher, dass der Sperrbildschirm eingerichtet ist und ein Passcode zum Entsperren des Smartphones festgelegt ist. Andernfalls kann jeder, dem das Gerät in die Hände fällt, auf Ihre persönlichen Daten zugreifen oder eine Trojaner-App installieren. Der Passcode sollte mindestens sechs Zeichen lang und schwer zu erraten sein: 1234, 0815 oder Ihr Geburtsdatum sind also tabu.
Die meisten Smartphones lassen sich zusätzlich auch komfortabel per Gesichtsscan oder Fingerabdruck entsperren. Der Passcode muss dann nur noch selten eingegeben werden. Sie finden die entsprechenden Einstellungen auf dem iPhone unter „Face ID & Code“ (oder „Touch ID & Code“). Bei Android lauten die Stichwörter „Sicherheit“ und „Displaysperre“ sowie „Biometrie & Passwort“.
Externe Quellen meiden
Installieren Sie Apps am besten nur aus den offiziellen Stores von Apple, Google und den Geräteherstellern. Die Apps werden zumindest bei Apple und Google einem Sicherheitscheck unterzogen. Android-Nutzer, die eine App als APK-Installationspaket installieren möchten, sollten dieses nur direkt vom Entwickler der App beziehen. Stellen Sie unter Android sicher, dass der Cloud-Virenschutz Play Protect aktiv ist. Sie finden ihn im Menü des Play Store. iOS-Nutzer benötigen keinen Virenscanner.
App-Berechtigungen
Prüfen Sie vor dem Installieren und Nutzen einer App genau, welche Rechte sie einfordert und ob es einen nachvollziehbaren Grund für den Zugriff auf wichtige Ressourcen wie Kamera, Mikrofon und Standort gibt. Erteilen Sie den Zugriff nur Apps, denen Sie vertrauen, und nur, wenn Sie die betroffene Funktion der App auch nutzen wollen. iOS-Nutzer können unter „Einstellungen/Datenschutz“ bereits erteilte Rechte verwalten, Android-Nutzer schauen in den Einstellungen etwa unter „Datenschutz/Berechtigungsverwaltung“. Gehen Sie die Liste aufmerksam durch und entziehen Sie alle Berechtigungen, die Sie nicht für nötig halten.
Risiko Jailbreak
Durch „Rooting“ (Android) und „Jailbreaking“ (iOS) kann man sich höhere Rechte auf dem Smartphone verschaffen und das System tiefgreifend ändern. Das hebelt jedoch auch essenzielle Schutzfunktionen aus, sodass zahlreiche Anwendungen wie Banking-Apps den Start verweigern. (rei@ct.de)