Security-Checkliste 2026, Teil 2: Heimarbeit, Windows, Smartphone und Router
Seite 2: Windows
(Bild:Â Jessica Nachtigall / KI / heise medien)
Auf Windows haben es Hacker besonders häufig abgesehen, schlicht, weil es so verbreitet ist. Die gute Nachricht ist, dass Sie sich mit Bordmitteln vor den meisten Angriffen schützen können.
Updates installieren
Microsoft liefert regelmäßig Updates, die Sicherheitslücken in Windows schließen. Stellen Sie sicher, dass alle verfügbaren Updates installiert sind und die Update-Installation nicht pausiert wurde. Rufen Sie hierzu „Nach Updates suchen“ über das Suchfeld auf und installieren Sie alle verfügbaren Aktualisierungen.
Erscheint oben im Fenster der Hinweis „Updates wurden bis [Datum] ausgesetzt“, klicken Sie auf „Updates fortsetzen“, damit Windows nach frischen Aktualisierungen sucht. Sorgen Sie dafür, dass Windows auch andere Microsoft-Programme wie Office auf dem aktuellen Stand hält, indem Sie unter „Erweiterte Optionen“ den Schiebeschalter „Updates für andere Microsoft-Produkte erhalten“ aktivieren.
Alte Windows-Versionen versorgt Microsoft nicht mehr mit Sicherheits-Patches, wodurch das Angriffsrisiko steigt. Nutzen Sie daher Windows 10 oder 11 mit dem derzeit aktuellen Funktions-Upgrade. Beachten Sie, dass Windows 10 seit dem 14. Oktober 2025 nicht mehr von Microsoft mit Sicherheitsupdates versorgt wird. Wer weiterhin Updates benötigt, kann Microsofts ESU-Programm (Extended Security Updates) nutzen: einmalig rund 30 Euro für ein Jahr, für EU-Nutzer nach einer Intervention von Verbraucherschützern sogar kostenlos. Halten Sie auch Anwendungen wie Browser, Mail-Client, PDF-Viewer und Videoplayer aktuell.
Daten-GAU vorbeugen
Ihre Daten sind auf der Systemplatte oder -SSD allein auf Dauer nicht gut aufgehoben, da diese jederzeit ausfallen kann. Zudem besteht die Gefahr, dass die Daten von einem Krypto-Trojaner verschlüsselt werden. Sorgen Sie vor und legen Sie Backups aller wichtigen Daten an. Im einfachsten Fall reicht es, die Daten auf einen USB-Datenträger zu kopieren.
Virenschutz ĂĽberprĂĽfen
Ein Virenschutzprogramm kann Sie zwar nicht vor allen Gefahren schützen, doch vor vielen. Bei aktuellen Windows-Versionen ist der Windows Defender vorinstalliert, der einen ausreichenden Schutz bietet. Etwaige Testversionen anderer Virenschutzprodukte sollten Sie entfernen. Stellen Sie sicher, dass der Defender aktiv und mit aktuellen Signaturen versorgt ist. Um die Signaturen zu checken, rufen Sie den „Viren- und Bedrohungsschutz“ über das Suchfeld auf und navigieren zu „Schutzupdates“.
Noch mehr Schutz bietet die Windows-11-Funktion „Smart App Control“. Ist sie aktiv, führt Windows nur noch Programme aus, die Microsoft für unbedenklich hält. Auch diese Funktion erreichen Sie über das Suchfeld.
Zugriffsschutz aktivieren
Ihr Rechner muss nicht nur vor Angriffen aus dem Internet geschützt werden, sondern auch vor physischen Zugriffen, also vor Personen, die sich dem Rechner nähern. Im besten Fall verschlüsseln Sie die Systemplatte oder -SSD mit BitLocker oder VeraCrypt. So sind Ihre Daten – oder die Ihres Arbeitgebers – auch dann noch geschützt, wenn jemand an der Windows-Anmeldung vorbei direkt auf den Datenträger zugreift.
Schützen Sie Ihr Windows-Konto mit einem mindestens zehn Zeichen langen Passwort. Sie müssen es nur selten eingeben, wenn Sie als Anmeldemethode zusätzlich eine mindestens vierstellige, besser längere PIN setzen. Eine solche PIN ist ausreichend sicher, weil Windows nur sehr wenige Fehleingaben zulässt, ehe es die Eingabe verzögert.
Datenschutz verbessern
Sorgen Sie dafür, dass nicht mehr Daten fließen als nötig: Suchen Sie im Startmenü nach „Einstellungen für Diagnose und Feedback“ und stellen Sie alles aus, was möglich ist. Windows drängt Ihnen bei der Einrichtung das Microsoft-Konto auf, das eng mit der Cloud vernetzt ist. Nutzen Sie besser ein lokales Konto. Trennen Sie hierzu die Internetverbindung während der Windows-Installation. Öffnen Sie die Eingabeaufforderung mit Umschalt+F10 und geben Sie oobe\bypassnro ein. Danach startet die Installation neu und Sie können nach der Länder- und Tastatureinstellung „Ich habe kein Internet“ wählen und ein lokales Konto erstellen. (rei@ct.de)